Neue Aufgaben abwarten

Daniel Lücking über die Ambitionen des Kommando Spezialkräfte

  • Von Daniel Lücking
  • Lesedauer: 1 Min.
Ein Hundeführer des Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr nimmt bei einer Übung 2021 einen möglichen Angreifer fest.
Ein Hundeführer des Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr nimmt bei einer Übung 2021 einen möglichen Angreifer fest.

Die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl, hat sich dafür ausgesprochen, die angebliche »Phase des Dauerzweifelns« am Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr jetzt abzuschließen. Dem rechtslastigen Skandal-Verband wurde 2020 ein umfassendes Reformpaket übergeholfen. Auf die Absolution soll ein Personalaufwuchs folgen, so denn neue Aufgaben in der Landes- und Bündnisverteidigung politisch beschlossen werden.

Dass die Soldat*innen des KSK mit dem ausgesetzten Einsatz in Mali und dem offiziell beendeten Engagement in Afghanistan das vergangene Jahr ausschließlich mit Wundenlecken und der verordneten politischen Bildung verbracht hätten, darf getrost bezweifelt werden. Welche Auswirkungen der KSK-Einsatz in Afghanistan gehabt hat, ist bislang weder hinlänglich untersucht noch öffentlich aufgearbeitet. Es gilt die Mär, das KSK habe im sogenannten Anti-Terrorkampf lediglich bei Gefangennahmen mitgewirkt, nicht aber bei Tötungsoperationen. Das gilt es zu untersuchen und zu belegen. Jetzt mutmaßlich rechtsradikalen Kreidefressern neue Aufgaben geben zu wollen, ist zu früh.

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