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  • Entlassung Julian Nagelsmann

Thomas Tuchel als nächster Problemfall beim FC Bayern München?

Der Rekordmeister holt einen Mutmacher in die Bundesliga zurück

  • Alexander Ludewig
  • Lesedauer: 2 Min.
Der neue Oberbayer im deutschen Fußball: Thomas Tuchel
Der neue Oberbayer im deutschen Fußball: Thomas Tuchel

Was hat Thomas Tuchel, was Julian Nagelsmann nicht hat? Mehr Erfahrung: Der Schwabe aus Krumbach ist mit seinen 49 Lenzen 14 Jahre länger auf dieser Welt als der Oberbayer aus Landsberg am Lech. Er hat schon Paris und London gesehen, nicht nur Sinsheim und Leipzig. Nun soll er der neue Oberbayer im deutschen Fußball werden, weil der FC Bayern mit seinem Trainer Nagelsmann unzufrieden ist.

Kommen da endlich zwei zusammen, die schon vor fünf Jahren miteinander geflirtet haben? Damals zierten sich die Münchner etwas zu lange, Thomas Tuchel unterschrieb bei PSG. Danach landete er beim FC Chelsea – beiden Klubs geht es sportlich ohne ihn schlechter. Seine Tauglichkeit hatte er zuvor schon in Mainz und bei Borussia Dortmund bewiesen. 2021 dann der Höhepunkt: Sieg in der Champions League mit den Londonern und Welttrainer des Jahres.

In München wird er als Mutmacher gebraucht. Die Angst des Rekordmeisters, nach dem Sturz von der Tabellenspitze nach zehn Jahren das Titel-Abo in der Bundesliga zu verlieren, scheint groß. Und in der Champions League wartet Manchester City! Die Bekenntnisse der Vereinsführung pro Nagelsmann nach den jüngsten Siegen im Achtelfinale gegen Paris Saint-Germain sind vergessen.

Tuchel könnte aber auch schnell zum neuen Problemfall des FC Bayern werden – weil er mit seinem Vorgänger vieles gemeinsam hat. Die beiden Prototypen der neuen Trainergeneration, die keine große Spielerkarriere vorzuweisen haben, vertreten ihre Ansichten fordernd und selbstbewusst. Damit hatten die »Mia san mia«-Münchner schon immer ein Problem, auch bei Nagelsmann. Bei Tuchel war es in Dortmund, Paris und London auch immer ein Trennungsgrund. 

Größer als ein Klub ist kein Trainer, auch kein Fußballer, klar. Um seine Spielidee erfolgreich umsetzen zu können, sollte dem führenden Angestellten aber die größtmögliche Entscheidungsgewalt eingeräumt werden. Das führt, wie unter Nagelsmann, auch zu unzufriedenen Stars – denn die Bayern wollen auch immer nur die Besten. Wie sagte Tuchel einst so schön: »Wenn man mit den Bayern in den Ring steigt, dann kann man nicht erwarten, dass man ohne blaue Augen rauskommt.«

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