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  • Nach Afghanistan auch Mali

Bundeswehr beendet Drohneneinsatz

Bewaffnung von Nachfolger kostet bis jetzt 55 Millionen Euro

  • Matthias Monroy
  • Lesedauer: 2 Min.
Rückkehrappell auf dem Flugplatz Schleswig/Jagel mit nicht flugfähigem Drohnenmodell.
Rückkehrappell auf dem Flugplatz Schleswig/Jagel mit nicht flugfähigem Drohnenmodell.

Berlin. Die deutsche Luftwaffe hat den Einsatz ihrer Drohnen »Heron 1« im westafrikanischen Krisenstaat Mali beendet. Alle Soldaten, die mit dem 2016 eingeführten Aufklärungssystem in dem Land stationiert waren, sind aus dem Einsatz zurückgekehrt. Das teilte der Inspekteur der Luftwaffe, Ingo Gerhartz, am Mittwoch in einem Tagesbefehl mit.

Die Bundeswehr hatte die UN-Mission Minusma seit 2016 mit der »Heron 1« vom Flughafen Gao aus unterstützt. Gerhartz zufolge wurden bis Dezember vergangenen Jahres 2202 Einsätze mit 21 000 Flugstunden geflogen. Zuletzt erteilte die malische Militärregierung, die inzwischen verstärkt mit der russischen Söldnergruppe Wagner zusammenarbeitet, aber keine Genehmigung mehr für den Einsatz.

Die Militärdrohnen stammen aus Israel, einen Leasingvertrag zu ihrem Betrieb hatte die Bundeswehr mit dem Airbus-Konzern aus Bremen geschlossen. Mit der Rückverlegung der »Heron 1« endet auch die gesamte Nutzung des Systems, das zuvor auch in Afghanistan im Einsatz war. Dort hätten die Drohnen laut Gerhartz von 2010 bis 2021 insgesamt 4409 Einsatzflüge mit mehr als 50 000 Flugstunden absolviert. »Unbemannte Plattformen mit langer Verweildauer im Operationsgebiet haben sich als eine feste Größe jeder Einsatzplanung etabliert und bewiesen«, resümiert der General.

Jedoch wird die Luftwaffe nicht komplett auf große Drohnen verzichten, sondern ihr Arsenal sogar modernisieren. Nachfolgerin der »Heron 1« ist die israelische »Heron TP«, die bewaffnet werden kann. Das Leasing bei Airbus und die Ausbildung der Besatzung in Israel kosten mindestens 717 Millionen Euro. Für die Bewaffnungsfähigkeit hat die Bundesregierung laut der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage zusätzliche 55 Millionen Euro ausgegeben, dieser Betrag soll sich auf 152 Millionen erhöhen. Mit Agenturen

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