Kuba: Komplize des Völkerrechts

Peter Steiniger zu Kubas Aktion gegen russische Rekrutierungen

  • Peter Steiniger
  • Lesedauer: 1 Min.
Russlands imposante Botschaft dominiert den Stadtteil Miramar, aber nicht Havannas Politik.
Russlands imposante Botschaft dominiert den Stadtteil Miramar, aber nicht Havannas Politik.

Mit einer Erklärung seines Außenministeriums hat Havanna gegenüber der internationalen Öffentlichkeit demonstrativ klargestellt, dass man scharf dagegen vorgeht, dass kubanische Staatsbürger dafür rekrutiert werden, an der Seite Russlands gegen die Ukraine zu kämpfen. Abweichend von der Moskau folgenden Rhetorik heißt es klipp und klar: »Kuba beteiligt sich nicht am Krieg in der Ukraine.«

Die Regierung will aktiv verhindern, dass Kubaner als Söldner gegen ein anderes Land zu Waffen greifen. Klar ist damit auch, dass solche Anwerbeversuche stattgefunden haben. Der Charakter des Ukrainekrieges macht Kubaner und andere Lateinamerikaner zu einer Zielgruppe russischer Werber. Für Havanna allerdings wäre schon der Anschein einer offiziellen Verwicklung in den Stellvertreterkrieg mit den USA fatal.

Denjenigen, die es als Terror-Förderer verleumden, will das rote Kuba keine Munition liefern und Provokationen vorbeugen. Für seine Außenpolitik ist das internationale Recht weiter eine Frage von Prinzipien. Eine integre Linie liegt dabei auch in Havannas eigenem Interesse. Bei aller Freundschaft geht man also nicht über jedes schmale Moskauer Brett.

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