Brics ohne Argentinien

Martin Ling über Mileis außenpoltischen Kurswandel

Es stand außer Frage: Mit dem Wahlsieg des ultrarechten Javier Milei in Argentinien steht auch ein außenpolitischer Kurswandel bevor. Der erste Schritt erfolgte schon vor dem Antritt des neuen Präsidenten: Argentinien wird nicht, wie von der noch amtierenden Mitte-links-Regierung geplant, im Januar der Brics-Staatengruppe (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) beitreten.

Die Ankündigung kommt nicht überraschend, hatte Milei sich doch schon im Wahlkampf außenpolitisch abgegrenzt: »Ich verteidige die Freiheit. China, Putin und Lula tun das nicht.« Mit Saudi-Arabien, dem Iran, Ägypten, Äthiopien und den VAE sollten im Januar fünf Staaten, die autoritär regiert werden, dem Bündnis beitreten – nur der sechste Beitrittskandidat, Argentinien, steht nicht auf der Liste des Demokratie-Index der Unversität zu Göteborg. Das kann sich unter Milei ändern.

Der Nicht-Beitritt zu Brics ist zwar Symbolpolitik, vielleicht aber ein Menetekel. Sollte Milei auf Konfrontationskurs zu China und Brasilien gehen, den wichtigsten Handelspartnern, wird Argentiniens Bevölkerung einen hohen Preis zahlen.

App »nd.Digital«

In der neuen App »nd.Digital« lesen Sie alle Ausgaben des »nd« ganz bequem online und offline. Die App ist frei von Werbung und ohne Tracking. Sie ist verfügbar für iOS (zum Download im Apple-Store), Android (zum Download im Google Play Store) und als Web-Version im Browser (zur Web-Version). Weitere Hinweise und FAQs auf dasnd.de/digital.

Das beste Mittel gegen Fake-News und rechte Propaganda: Journalismus von links!

In einer Zeit, in der soziale Medien und Konzernmedien die Informationslandschaft dominieren, rechte Hassprediger und Fake-News versuchen Parallelrealitäten zu etablieren, wird unabhängiger und kritischer Journalismus immer wichtiger.

Mit deiner Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Sei Teil der solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

Vielen Dank!

Unterstützen über:
  • PayPal