Fachkräfteeinsatz in Krankenhäusern: Brutal umständlich

Ulrike Henning über verschwendete Ressourcen in Krankenhäusern

Deutschland ist auch im Gesundheitswesen kein Effizienzwunder. Vielmehr werden Ressourcen regelrecht verbrannt, und das nicht erst seit gestern. Angemerkt hat das aktuell der Sachverständigenrat, der extra vom Gesundheitsministerium dazu berufen wurde, Reserven zu benennen. Diesmal ging es um den Fachkräftemangel, vor allem in der Pflege in Kliniken. Da hat die Bundesrepublik im internationalen Vergleich relativ viele Beschäftigte, ist sogar in der Spitzengruppe. Trotzdem gibt es Versorgungsengpässe, eine hohe Arbeitsverdichtung und auch zu wenig Zeit für die Patienten. Die Pflegekräfte schlagen sich zu lange in jeder Schicht mit Bürokratie herum (wo oft auch die Digitalisierung nicht funktioniert).

Würde man den bürokratischen Aufwand halbieren, ließen sich 70 000 Vollzeitkräfte für direkte Patientenversorgung gewinnen. Das System in Deutschland sei »brutal umständlich organisiert«, kritisierte Michael Hallek vom Sachverständigenrat. Das heißt auch, dass es durchaus nicht reicht, hier mit im Ausland geworbenen Fachkräften oder Berufsrückkehrern gegenzusteuern. Die bestehenden ineffektiven Strukturen würden nur weiter am Leben gehalten, immer neue Generationen von erschöpften Pflegerinnen und Pflegern gingen schnell wieder verloren.

Es braucht bessere Arbeitsbedingungen und mehr Kompetenzen, damit in der Pflege begehrte Arbeitsplätze entstehen. Auch dieses Gutachten, mit vielen weiteren Aspekten von mehr Prävention über bessere Patientensteuerung bis hin zu kürzeren Liegezeiten, nennt Argumente dafür, dass die Krankenhausreform endlich und nachhaltig in die Gänge kommen muss. Ansonsten wäre auch die Arbeit des Sachverständigenrates nur Ressourcenverschwendung.

App »nd.Digital«

In der neuen App »nd.Digital« lesen Sie alle Ausgaben des »nd« ganz bequem online und offline. Die App ist frei von Werbung und ohne Tracking. Sie ist verfügbar für iOS (zum Download im Apple-Store), Android (zum Download im Google Play Store) und als Web-Version im Browser (zur Web-Version). Weitere Hinweise und FAQs auf dasnd.de/digital.

Das beste Mittel gegen Fake-News und rechte Propaganda: Journalismus von links!

In einer Zeit, in der soziale Medien und Konzernmedien die Informationslandschaft dominieren, rechte Hassprediger und Fake-News versuchen Parallelrealitäten zu etablieren, wird unabhängiger und kritischer Journalismus immer wichtiger.

Mit deiner Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Sei Teil der solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

Vielen Dank!

Unterstützen über:
  • PayPal