Hoch die Mieter*innensolidarität

Sarah Yolanda Koss zu Gewerkschaften im Mietenkampf

Ein Warnstreik im Krankenhausbereich zeigt, wie eng Wohn- und Arbeitskampf miteinander verknüpft sind.
Ein Warnstreik im Krankenhausbereich zeigt, wie eng Wohn- und Arbeitskampf miteinander verknüpft sind.

Ein Bündnis aus Mieterbund, Wohnungsloseninitiativen und Gewerkschaften setzt sich also für Mietregulierungen ein… Halt stopp, warum denn Gewerkschaften? Sind die mit ihren Tarifkämpfen nicht ausgelastet? Und sahen sie Mietenpolitik nicht historisch als klassischen Nebenwiderspruch, als zweitrangig gegenüber kapitalistischen Ausbeutungsverhältnissen?

Offensichtlich hat sich in den vergangenen Jahrzehnten einiges getan. Erst einmal sind inzwischen viele Gewerkschaftsmitglieder von steigenden Wohnkosten betroffen. Darüber hinaus verschärft der aktuelle Wohnungsmarkt soziale Ungleichheit und Segregation. Dass Obdachlosigkeit und Arbeitslosigkeit oft Hand in Hand gehen, ist inzwischen keine neue Erkenntnis mehr. Und spätestens seit das Homeoffice zum Alltag wurde, sind die Sphären von Wohnen und Arbeit endgültig entgrenzt.

Gewerkschaften ist wohl inzwischen klar geworden, dass Beschäftige und Mieter*innen eine entscheidende Eigenschaft teilen, beziehungsweise ihnen das Gleiche fehlt: Kapital. Wenn die Arbeitnehmer*innenvertretung also lautstark einen Mietenstopp fordert, hat das durchaus einen Sinn.

Warum dann aber nicht gleich größer denken? Der Mietenkampf ist schließlich kein deutsches Alleinstellungsmerkmal, eine Richtlinie für einen europäischen Mindestlohn gibt es bereits. Wie wäre es also mit einem Europäischen Mindestkontingent an Sozialem Wohnbau? Oder kurz und knackig: Sozbau für alle!

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