IWF: Spanien soll Arbeitsmarkt reformieren

Madrid kämpft mit Schulden und Erwerbslosigkeit

  • Lesedauer: 2 Min.

Madrid (AFP/ND). Der spanische Arbeitsmarkt ist nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu starr und muss dringend reformiert werden. Zu viele Menschen seien arbeitslos, zu viele Menschen hätten nur vorübergehend Arbeit und müssten mit befristeten Verträge leben, sagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn am Montagabend im spanischen Fernsehen. »All das zeigt, dass der Arbeitsmarkt nicht funktioniert.« Er müsse daher »effizienter« werden, forderte Strauss-Kahn. Die Regelungen für Einstellungen wie für Entlassungen müssten in Spanien an das restliche Europa angepasst werden, »nicht mehr und nicht weniger«.

Das durch hohe Schulden angeschlagene Spanien hat mit einer Rate von 20 Prozent im ersten Quartal 2010 die höchste Arbeitslosigkeit in der Eurozone. Der IWF hatte dem Land daher nach einer Bewertungsmission am Montag aufgetragen, »den Arbeitsmarkt flexibler zu gestalten, um die Beschäftigung anzukurbeln«. Die Regierung in Madrid erklärte, sie habe die geforderten Reformen bereits auf den Weg gebracht. Die Sozialisten von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero hatten im Februar die Umrisse einer Arbeitsmarktreform vorgestellt. Ziel ist, den Schutz der Arbeitnehmer mit unbefristeten Verträgen und den der großen Zahl prekär Beschäftigter anzugleichen.

Die spanische Regierung verschob unterdessen ein Verbot für Kommunen, langfristige Kredite aufzunehmen. Ein am Montag veröffentlichter Gesetzesentwurf hatte zunächst vorgesehen, dass die spanischen Gemeinden ab sofort und bis Ende 2011 diese Möglichkeit nicht nutzen dürfen. Am Dienstag wurde eine Korrektur des Entwurfs veröffentlich, der dieses Verbot nur für das Jahr 2011 vorsieht.

App »nd.Digital«

In der neuen App »nd.Digital« lesen Sie alle Ausgaben des »nd« ganz bequem online und offline. Die App ist frei von Werbung und ohne Tracking. Sie ist verfügbar für iOS (zum Download im Apple-Store), Android (zum Download im Google Play Store) und als Web-Version im Browser (zur Web-Version). Weitere Hinweise und FAQs auf dasnd.de/digital.

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal