Johannes Paul II. wurde selig gesprochen

Katholiken feierten polnischen Papst / Gewerkschaften begingen mit Popkonzert den »Tag der Arbeit«

  • Von Anna Maldini, Rom
  • Lesedauer: 2 Min.
Rund eine Million Menschen feierten die Seligsprechung des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. in Rom.

In Rom fanden am Sonntag zwei Großereignisse statt: Auf dem Petersplatz wurde der polnische Papst Johannes Paul II. selig gesprochen; und nur wenige Stunden später und ein paar Kilometer entfernt fand das Popkonzert statt, das die Gewerkschaften traditionell am 1. Mai organisieren.

An der religiösen Veranstaltung nahmen etwa eine Million Menschen teil, darunter auch Staatsoberhäupter und nationale Delegationen aus mehr als 50 Ländern. Nach der Seligsprechung darf der vor sechs Jahren verstorbene Papst offiziell im Gebet verehrt werden. Sein Nachfolger Joseph Ratzinger hatte das Verfahren beschleunigt, nachdem schon kurz nach dem Tod von Karol Wojtyla immer wieder der Ruf »Santo subito!« (»Sofort heilig!«) ertönt war. Bis zur Heiligsprechung dürften indes noch einige Jahre vergehen, da die zuständige Kommission zunächst prüfen muss, ob der verstorbene Papst noch mehr Wunder vollbracht hat als das, welches für die Seligsprechung zertifiziert wurde: die angebliche Heilung einer französischen Nonne.

Menschen aus aller Welt, aber in erster Linie Polen und Italiener, waren gekommen, um am Samstag an der liturgischen Nachtwache im antiken Circus Maximus und dann an der Zeremonie vor dem Petersdom teilzunehmen. Da der Platz dort nur etwa 80 000 Menschen fassen kann, wurden auch in den umliegenden Straßen riesige Bildschirme aufgestellt. Abgesehen von den Personen, die in dem großen Gedränge einen Schwächeanfall erlitten, verlief alles ruhig.

Am Nachmittag begann dann auf der Piazza San Giovanni, nur wenige Kilometer vom Petersplatz entfernt, ein anderes Großereignis. Hunderttausende – vor allem Jugendliche – folgten stundenlang dem großen 1. Mai-Konzert, das jedes Jahr von den italienischen Gewerkschaften organisiert wird. Dieses Mal, 150 Jahre nach der italienischen Staatsgründung, stand es unter dem Motto »Wir sind die Geschichte: Das Vaterland, die Geschichte, die Arbeit« und wurde vom Römischen Symphonieorchester unter der Leitung des Maestro Ennio Morricone eröffnet, der für diese Gelegenheit die »Elegie für Italien« komponiert hatte.

Etwas weniger friedlich ging es in Mailand und Florenz zu, wo die Bürgermeister den Einzelhandelsgeschäften die Genehmigung erteilt hatten, auch am »Tag der Arbeit« ihre Pforten zu öffnen. Die Gewerkschaften hatten dagegen protestiert und einen Streik ausgerufen.

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