Fit durch »Säuerling«, Radon und Co.

Die Sächsischen Staatsbäder Bad Elster und Bad Brambach wollen nicht nur alte Traditionen pflegen

  • Lesedauer: 3 Min.
Die Heilwirkung des »Säuerlings«, wie eine der Quellen heißt, deretwegen Zigtausende jährlich nach Bad Elster »pilgern«, ist nachweislich seit 1538 bekannt. Doch bis 1848 dauerte es, ehe in dem heutigen Kurort das »königlich-sächsische Staatsbad« gegründet wurde. Neben Trinkkuren, die zur Heilung bei Stoffwechsel-, Nieren- und Harnwegserkrankungen beitragen, bietet Bad Elster Mineral- und Sprudelbäder gegen Erkrankungen von Herz und Kreislauf sowie Naturmoor-Bäder gegen Rheuma, Arthritis, Frauenleiden und zum Ausheilen von Sport- und Unfallverletzungen. Auch onkologische Nachbehandlungen gibt es hier. Gleich nebenan, in Bad Brambach, wird seit 1912 gekurt. Die sechs Quellen dort haben nicht nur eine sehr hohe Konzentration an Mineralien, Eisen und Kohlendioxid, sondern zeichnen sich durch eine sehr seltene Besonderheit aus: Sie enthalten einen hohen Anteil an Radon, einem Edelgas, das den Zellstoffwechsel aktiviert und zur Regeneration von Gewebeerkrankungen beiträgt und Heilung oder Linderung bei rheumatischen Erkrankungen der Gelenke bringt. Neben Bad Brambach gibt es in Deutschland nur drei weitere Radonbäder, in ganz Europa sind es 14. 1966 schlossen sich die beiden Bäder zu den »Staatsbädern Bad Brambach-Bad Elster« zusammen und entwickelten sich schnell zu den beliebtesten Kurorten der DDR. Anfang 1991 wurden die Kurkliniken - sechs in Bad Elster, eine in Bad Brambach - privatisiert. Im gleichen Jahr erfolgte die Gründung der Sächsischen Staatsbäder GmbH als 100-prozentige Tochter des Freistaates Sachsen. Seitdem »putzten« sich die beiden Traditionsbäder heraus. 250 Millionen Mark wurden in den vergangenen zehn Jahren investiert. Das Geld floss vor allem in die grundlegende Sanierung und Erweiterung der historischen Kureinrichtungen, die Modernisierung der Technik und den Ausbau der Parkanlagen. 1999 öffnete in Bad Elster ein modernes Bewegungsbad mit Wellness-Bereich, ein Jahr später erhielt Bad Brambach ein Badehaus. Wie Dr. Christian Kirchner, seit März neuer Kurdirektor, sagte, sind die Kassen seit einigen Jahren deutlich zurückhaltender beim Verschreiben von Kuren. Hinzu komme, dass die Kassen die Patienten noch immer bevorzugt in die Kurorte der alten Bundesländer schicken. Jeder Anwärter sollte deshalb sein Recht nutzen und eigene Vorschläge für den Kurort seiner Wahl machen, so Kirchner. In Qualität und Service gebe es längst keine Unterschiede mehr zwischen Ost und West. Zwar habe man in den Sächsischen Staatsbädern schnell erkannt, dass man die klassischen, d.h. kassenfinanzierten Kuraufenthalte mit neuen Kurformen und Wellness-Programmen ergänzen müsse. Dennoch ist es laut Kirchner immer noch so, dass die Kurgäste - zumeist im Rentenalter - fast ausschließlich zu drei bis vierwöchigen Heilkuren kommen, die ihnen verordnet wurden. Künftig soll es ein umfangreicheres Angebot im präventiven Bereich geben, das auch für junges Publikum interessant ist. Bereits in diesem Jahr gibt es einen Pauschalkatalog, der 2003 vor allem um Wellnessangebote ausgebaut werden soll. Dazu werden zur Zeit intensive Gespräche mit allen Anbietern, vom Hotelier über den Gastronomen bis hin zum Fahrradverleiher geführt, in deren Ergebnis nicht nur gemeinsame Angebote entstehen, sondern diese auch von allen Partnern gemeinsam vermarktet werden sollen. »Gesundheit soll Spaß machen«. Davon ist Kirchner zutiefst überzeugt, der mit diesem Slogan bereits in Bad Saarow gute Erfahrungen sammeln konnte, wo er bis November 2001 als Kurdirektor tätig war. Bereits seit Ende Juni kann man sich in Bad Elster in »Neuzeller Badebier« und Stutenmilch-Bädern entspannen. Demnächst beginnen im historischen »Albertbad« umfangreiche innenarchitektonische Arbeiten, um Platz für ein breites Wellnessangebot zu schaffen. Heidi Diehl
Infos unter (037438)88111 und im Internet unter www.saechsische-staatsbaeder.de.
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