Umweltziele von Rio nicht umgesetzt

UN-Organisation mahnt Welt zum Handeln

Rio de Janeiro (AFP/nd). Zwei Wochen vor dem Beginn der UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro (Rio+20) haben die Vereinten Nationen vor einer dramatischen Verschlechterung der Umweltbedingungen weltweit gewarnt. Der Umweltbericht Geo-5 des UN-Umweltprogramms (UNEP), den Generaldirektor Achim Steiner am Mittwoch in Rio de Janeiro vorstellte, kritisiert die mangelhafte Umsetzung der international vereinbarten Umweltziele.

Nur bei vier von 90 Zielen habe es bedeutsame Fortschritte gegeben, unter anderem beim Zugang zum Trinkwasser und bei der Reduzierung von Blei in Kraftstoffen, heißt es im Umweltbericht. Wenn dieser Zustand andauere und nichts für einen Kurswechsel getan werde, müssten die Regierungen die Verantwortung für eine beispiellose Verschlechterung der Lage tragen, sagte Steiner.

Bei 40 Umweltzielen habe es immerhin »etwas« Fortschritt gegeben, darunter bei der Begrenzung der Abholzung von Wäldern. Wenig oder kaum Verbesserungen wurden dagegen bei 24 Zielen erreicht: Dazu zählen Erderwärmung, Überfischung und Wüstenbildung. Der Schutz von Korallenriffen gehört zu jenen acht Zielen, bei denen es laut UNEP sogar Verschlechterungen gab. Der Moment sei gekommen, die »Lähmung der Unentschlossenheit« zu überwinden, »den Tatsachen ins Auge zu schauen« und dabei die Menschheit als Ganze in den Blick zu nehmen«, sagte Steiner. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte in New York, dass die Entscheidungsträger weltweit Rio+20 zu ihrer »persönlichen Priorität« machen müssten. Zu dem Gipfeltreffen werden mehr als hundert Staats- und Regierungschefs erwartet. Bundeskanzlerin Angela Merkel, US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister David Cameron werden nicht nach Rio de Janeiro reisen.

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