Geschäfte mit der Fitness laufen prächtig

Acht Millionen Deutsche trainieren regelmäßig in Studios

  • Klaus Rautenfeld
  • Lesedauer: 3 Min.

Fitness ist eines der am schnellsten wachsenden Sportsegmente in Deutschland - so die Ergebnisse einer gemeinsamen Studie von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte und dem Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV) mit dem phantasievollen Titel »Der deutsche Fitnessmarkt 2013«. Neben Anbietern aus dem Discount- und Premiumbereich profitieren vor allem Anbieter von Special-Interest-Konzepten und Personal- bzw. Kleingruppentrainer vom zunehmenden Gesundheitsbewusstsein der Deutschen. Insgesamt sieht die Branche optimistisch in die Zukunft. Es wird von den Anlagenbetreibern weiterhin ein Gesamtwachstum des Marktes erwartet, wobei das Fitnessangebot durch eine weitere Differenzierung und Spezialisierung geprägt sein wird.

Ende 2012 waren in Deutschland 7,9 Millionen Menschen in einem Fitnessstudio angemeldet. »Damit trainierte fast jeder zehnte Deutsche in einer der bundesweit 7566 Fitnessanlagen. Das sind 4 Prozent mehr Kunden als im Vorjahr. Insgesamt ist der Markt von 2007 bis 2012 um durchschnittlich 7 Prozent pro Jahr gewachsen«, erläutert Karsten Hollasch, Experte für Sportgeschäftsmodelle bei Deloitte in Deutschland. Neben dem Behinderten- und dem Outdoor-Sport gehört Fitness zu den drei am schnellsten wachsenden Sportsegmenten in Deutschland.

Schnell wachsendes Sportsegment

Die durchschnittliche Mitgliederzahl stieg pro Anlage mit einer Gesamtfläche von über 200 Quadratmetern im Jahresvergleich um 2,5 Prozent auf 1203. Grundsätzlich wird der Fitnessmarkt in Ketten-, Filial- und Einzelbetriebe differenziert. Die Einzelbetreiber verfügten durchschnittlich über 802, die Filialbetreiber über 1314 und die Kettenbetreiber über 2422 Mitglieder pro Anlage.

Einzelanlagen verzeichnen zwar mit 3,6 Millionen Kunden in absoluten Zahlen die meisten Mitglieder, Kettenbetreiber holen jedoch auf und steigerten ihre Mitgliederzahl auf 3,5 Millionen. Noch Ende 2007 hatten Einzelbetreiber fast doppelt so viele Mitglieder wie alle anderen Anbieter. Hingegen hat die Zahl der Mitglieder in Filialbetrieben allein in 2012 um 233 000 abgenommen - dies liegt auch daran, dass viele Filialbetreiber weitere Anlagen eröffnet haben und daher nun den Kettenbetrieben zugeordnet werden. 2012 hielten die Ketten bereits einen Marktanteil von 47,2 Prozent.

Zwar verzeichnete die Fitnessbranche im abgelaufenen Jahr einen leicht gesunkenen Durchschnittspreis der Mitgliedsbeiträge (Bruttomitgliedsbeitrag inklusive Mehrwertsteuer) von 46,20 Euro in 2011 auf 45,42 Euro in 2012, jedoch blieb der Gesamtumsatz der Branche konstant. Die gestiegene Anzahl der Mitglieder kompensierte den gesunkenen Mitgliedsbeitrag, sodass der Gesamtumsatz der Fitnessbranche um 0,1 Prozent auf 3,8 Milliarden gesteigert werden konnte. Der gesunkene Mitgliedsbeitrag resultiert aus der gestiegenen Nachfrage nach Discountangeboten.

Trend zur Gesundheit

In der Fitnessbranche sind einige Trends zu beobachten. Dazu gehören beispielsweise gesundheitsorientierte Fitnesskonzepte wie Rücken- oder Haltungstraining. Zudem steigen die Kundenansprüche an die Beratungs- und Betreuungsqualität über alle Segmente hinweg, auch die Nachfrage nach Personal- und Kleingruppentraining wächst stetig. Der Markt wird sich insgesamt weiter differenzieren und es wird immer wieder einzelne Nischen geben, die zu besetzen sehr lohnenswert sein kann.

»Der langfristige Wachstumstrend der Fitnessbranche wurde auch in 2012 fortgesetzt. Dass er auch im kommenden Jahr weiterhin anhalten wird, ergibt sich aus unserer Befragung der Anlagenbetreiber über ihre Erwartung der eigenen wirtschaftlichen Entwicklung für die nächsten zwölf Monate. Knapp 2 Prozent der Betreiber sehen pessimistisch in die Zukunft, während rund 74 Prozent davon ausgehen, dass sich ihre Situation in 2013 verbessern wird«, resultiert Birgit Schwarze, Präsidentin des DSSV.

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