Werbung

Immer wieder Schikanen gegen Abu-Jamal

Neue Petition für die Freilassung des afroamerikanischen Journalisten

  • Von Birgit Gärtner
  • Lesedauer: 2 Min.
Gegen Mumia Abu-Jamal, den seit 1981 wegen angeblichen Polizistenmordes inhaftierten afroamerikanischen Journalisten, wurde Ende Juni eine absolute unbefristete Kontaktsperre verhängt. Keine Besuche, keine Telefonate, nichts. Am Montag wurde sie wieder aufgehoben - ebenso kommentarlos, wie sie verhängt wurde.

Mumia Abu-Jamal ist vermutlich der einzige Gefangene auf der Welt, in dessen Fall die strafverfolgende Behörde mehr oder weniger offen zugegeben hat, dass die von ihr erhobenen Anschuldigungen einer neuerlichen Prüfung in einem fairen Gerichtsverfahren nicht stand halten würden. Sie bedient sich diverser juristischer Tricks - um nicht zu sagen Rechtsbrüche - sowie einer rassistischen Seil- und Brüderschaft innerhalb der US-Justiz, um den zu Unrecht Verfolgten trotzdem im Kerker zu halten. Das macht den Journalisten zwar zum moralischen Sieger in einem absurden Rechtsdrama, hält ihn aber weiterhin in Gefangenschaft - lebenslänglich, wenn es schlecht läuft.

Nicht genug damit, sieht er sich immer wieder den Schikanen der Justizbehörden ausgesetzt, wie die jüngste Kontaktsperre beweist.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Mumia ist nicht irgendein Gefangener, sondern das Symbol im Kampf gegen die Todesstrafe weltweit. Durch seine journalistische und publizistische Tätigkeit wurden die Missstände in US-amerikanischen Gefängnissen der Welt zur Kenntnis gebracht.

Immer häufiger revoltieren die Gefangenen in den USA gegen die dort herrschenden Verhältnisse. Derzeit befinden sich allein in Kalifornien 30 000 Gefangene im Hungerstreik. Die größte Gefängnisrevolte aller Zeiten. Sogenannte »Gang Laws« und andere Maßnahmen führen dazu, dass einige Gefangene über mehrere Jahrzehnte in Isolation verbringen, was laut UN Folter darstellt. Dagegen wehren sich die Gefangenen mit dem letzten ihnen zur Verfügung stehenden Mittel. Sie verweigern nicht nur die Nahrungsaufnahme, sondern auch die Arbeit. Es ist nicht verwunderlich, dass in diesem Zusammenhang der Name Mumia Abu-Jamal auftaucht. Außerdem nahm er per Telefon an zahlreichen Veranstaltungen und Protesten teil.

Schon das Erscheinen seines Buches »Live from Deathrow« (deutsch »Aus der Todeszelle«) versuchte die Justiz zu verhindern. Erfolglos, es wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und weltweit verlegt. Damit begründete Mumia seine internationale Popularität. Er ist heute - nach mehr als 30 Jahren Haft - prominenter als bei seiner Verhaftung 1981.

Um ihn in seinem Kampf für die Freiheit zu unterstützen und Schikanen wie die Kontaktsperre in Zukunft unmöglich zu machen, wurde in den USA die Online-Petition »bring Mumia home« (Bringt Mumia nach Hause) gestartet, mit dem Ziel, eine Million Unterschriften aus aller Welt für die Freilassung Mumias zu sammeln, um das große Interesse daran zu dokumentieren.

bring-mumia-home.de/ bring-mumia-home/Bring_Mumia_Home.html

www.mumia-hoerbuch.de

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung
0
Beiträge gelesen

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und kaufe eine virtuelle Ausgabe des »nd«

0
Beiträge auf nd-aktuell gelesen

Hilf mit, die Seiten zu füllen!

Zahlungsmethode