Bahn macht Gewerkschaft neues Angebot

Lokführergewerkschaft: Prüfung dauert mehrere Tage

  • Rainer Balcerowiak
  • Lesedauer: 2 Min.

Frankfurt am Main. Einen Tag vor dem Ablauf eines Ultimatums hat die Deutsche Bahn AG der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am Dienstag ein neues Angebot zur materiellen Absicherung von Lokführern bei Berufsunfähigkeit übermittelt. Dieses garantiere Lokführern, die aus Gesundheitsgründen »infolge von traumatischen Ereignissen« ihren Beruf nicht mehr ausüben können, für ihr gesamtes Berufsleben 100 Prozent ihres letzten Einkommens ohne Zuschläge, teilte ein Bahnsprecher mit. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber bezifferte die Anzahl der durchschnittlich pro Jahr betroffenen Lokführer mit rund 150.

Die GDL bestätigte auf nd-Anfrage den Eingang des Angebots. Dieses werde man »umfassend prüfen«, was mehrere Tage in Anspruch nehmen könnte, erklärte eine Sprecherin. Dann werde man entscheiden, ob das neue Angebot als Grundlage für weitere Verhandlungen tauge oder ob Arbeitskampfmaßnahmen eingeleitet werden.

Die GDL hatte die Verhandlungen am Freitag nach einem Sondierungsgespräch für gescheitert erklärt. Sie fordert von der Bahn den Abschluss einer Lizenzverlustversicherung für Lokführer, die ihren Beruf ohne eigenes Verschulden nicht mehr ausüben können. Ausgeschlossen werden soll dabei nach den Vorstellungen der Gewerkschaft ferner, dass Lokführer nach einer Karenzzeit auch an andere Standorte versetzt werden können. Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky hatte am Montag in einem Interview bekräftigt: »Wir sind nicht die Wanderarbeiter der Bahn.«

Abonniere das »nd«
Linkssein ist kompliziert.
Wir behalten den Überblick!

Mit unserem Digital-Aktionsabo kannst Du alle Ausgaben von »nd« digital (nd.App oder nd.Epaper) für wenig Geld zu Hause oder unterwegs lesen.
Jetzt abonnieren!

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal