Nur keine Kritik am Norden

Martin Ling über die Vergabe des Friedensnobelpreises

Quantität ist nicht gleich Qualität. Die Liste der potenziellen Friedensnobelpreisträger ist 2014 bei 278 Nominierten angelangt. Die lange Liste ist indes ein Ausdruck der Unübersichtlichkeit in einer immer kriegerischer anmutenden Welt, in der Menschen oder Organisationen, die den ursprünglichen Preiskriterien genügen, immer schwerer zu finden sind: Einsatz für Abrüstung und Frieden. Immerhin verletzen die diesjährigen Preisträger Malala Yousafzai aus Pakistan und Kailash Satyarthi aus Indien diese Kriterien nicht - im Gegensatz zu früheren Preisträgern wie dem US-Präsidenten Barack Obama (2009) oder der Europäischen Union (2012), die außen- und handelspolitisch alles andere als friedensfördernd wirken.

Die diesjährigen Preisträger haben sich unbestreitbar Verdienste für die Kinderrechte erworben. In Pakistan und Indien, die sich atomar hochgerüstet gegenüberstehen. Daran konnten und können Yousafzai und Satyarthi nichts ändern.

Das Nobelpreiskomitee könnte freilich Preisträger auswählen, die mit ihrem Wirken die Finger in die globalen Wunden legen: Eine Hilfsorganisation wie Ärzte ohne Grenzen zum Beispiel, die das notdürftig zu reparieren versucht, was globales Politikversagen verursacht hat, ob Kriege oder die zögerliche Reaktion auf die Ebola-Epidemie. Oder Edward Snowden, der einen hohen persönlichen Preis dafür zahlt, dass er die ganze Welt über die Machenschaften der NSA ins Bild gesetzt hat. Doch dafür fehlt dem Komitee der Mut.

#ndbleibt – Aktiv werden und Aktionspaket bestellen
Egal ob Kneipen, Cafés, Festivals oder andere Versammlungsorte – wir wollen sichtbarer werden und alle erreichen, denen unabhängiger Journalismus mit Haltung wichtig ist. Wir haben ein Aktionspaket mit Stickern, Flyern, Plakaten und Buttons zusammengestellt, mit dem du losziehen kannst um selbst für deine Zeitung aktiv zu werden und sie zu unterstützen.
Zum Aktionspaket

Das beste Mittel gegen Fake-News und rechte Propaganda: Journalismus von links!

In einer Zeit, in der soziale Medien und Konzernmedien die Informationslandschaft dominieren, rechte Hassprediger und Fake-News versuchen Parallelrealitäten zu etablieren, wird unabhängiger und kritischer Journalismus immer wichtiger.

Mit deiner Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Sei Teil der solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

Vielen Dank!

Unterstützen über:
  • PayPal