Nordosten: Schimmel in Schulen

Hygiene-Kontrollen zeigen schwere Mängel / Linkspartei kritisiert »erschreckende Zustände«: Gesundheit von Kindern und Lehrkräften gefährdet

  • Iris Leithold
  • Lesedauer: 2 Min.

Berlin. Schimmelpilzbefall, schlechte Luftqualität, teils fehlende Erste-Hilfe-Ausstattung: Das sind nach Angaben des Schweriner Gesundheitsministeriums häufig festgestellte Hygienemängel in Mecklenburg-Vorpommerns Schulen. Vor allem in den Landkreisen entdeckten die Kontrolleure der Gesundheitsämter kritikwürdige Zustände, wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage (Dokumentennummer 6/3814) der Linksfraktion hervorgeht.

In der Hansestadt Rostock war demnach in den Jahren 2011 bis 2013 in sämtlichen 46 kontrollierten allgemeinbildenden Schulen nichts zu beanstanden. In Schwerin gab es nur in einer der neun überprüften Schulen Kritik. Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hingegen mussten die Hygiene-Inspekteure bei 107 Kontrollgängen in den Jahren 2011 bis 2014 Missstände zu Protokoll nehmen, im Landkreis Rostock bei 40 Besuchen, in Nordwestmecklenburg bei 21. Dabei kann eine Schule mehr als einmal besucht werden.

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim meldete den Angaben des Ministeriums zufolge nur zwei Beanstandungen für die Jahre 2011 bis 2014. In der riesigen Region mit 85 Schulen bekamen aber auch nur zwei Besuch vom Gesundheitsamt, wie aus den Daten hervorgeht. Einer fand demnach 2011, der andere 2013 statt.

Laut Landkreissprecher Andreas Bonin waren es drei Besuche, zwei 2011 in Hagenow, einer 2013 in Crivitz. Aber es sei trotzdem wenig, räumte er ein. Das Gesundheitsamt komme auf Anforderung, sagte Bonin. Mehr sei in den vergangenen Jahren nicht zu leisten gewesen, denn das Gesundheitsamt des Landkreises sei mit aktuellen Ereignissen stark gefordert gewesen, wie etwa dem Auftreten und der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners.

Die bildungspolitische Sprecherin der Linken im Landtag, Simone Oldenburg, sprach angesichts der veröffentlichten Daten von erschreckenden Zuständen. Die Hygienekontrolleure kämen viel zu selten in die Schulen, kritisierte sie. »Diese Kontrolldichte ist skandalös, denn Mängel in diesem Bereich gefährden die Gesundheit von Kindern und Lehrkräften.« Die Gesundheitsämter müssten endlich personell so ausgestattet werden, dass sie ihre Aufgaben wahrnehmen könnten. Die Landesregierung müsse dabei Verantwortung übernehmen, denn viele Kommunen seien finanziell überfordert.

Zu den häufigen Beanstandungen gehören laut Gesundheitsministerium dreckige Toiletten, Gestank und nachlässig geputzte Klassenräume, aber auch bauliche Mängel wie schlechte Lichtverhältnisse, verschlissene Fußböden oder problematischer Schallschutz. Die Mängel würden nur teilweise behoben, sagte Oldenburg unter Berufung auf die Antwort der Landesregierung. Ursachen seien oft fehlendes Geld und ungeklärte Zuständigkeiten. dpa/nd

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