Redaktionsübersicht

Erik Zielke

Erik Zielke

Erik Zielke, 1989 in Bergen auf Rügen geboren, hat Buchwissenschaft und Slawistik sowie Osteuropastudien in Mainz und Berlin studiert. Seit 2021 ist er Theaterredakteur beim „nd“. Von 2014 bis 2021 arbeitete er als Lektor im Verlag Theater der Zeit und war darüber hinaus als freier Theaterkritiker tätig.

 

Zeichnung: Johannes Weilandt

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Aktuelle Beiträge von Erik Zielke:
Brecht – hier in Plastiken von Gustav Seitz – ist viele.
Im Dickicht des Schaffens

Das brechtsche Werk kommt – der Name legt es nahe – aus der sagenumwobenen »Brecht-Werkstatt«. Und dieser Brecht ist viele. Er steht für eine kollektive Praxis, die das Theoretische nicht überbewertet hat.

Beim lässigen Werfen und Einsammeln der Kugeln kann man sich tatsächlich gut unterhalten.
Entspannter Wurf

Es gibt fast unendlich viele Sportarten – und darunter kaum eine, die man ohne das Risiko der Selbsterniedrigung ausprobieren könnte. Aber: Boule ist ein schöner Sport, entspannt und wenig anstrengend.

Ich unterscheide Wein grundlegend in zwei Kategorien: schmeckt und schmeckt nicht.
Bitte aus unterschiedlichen Gläsern!

Das Weintrinken – schlimmer noch: das Lagern von Wein mit Sammlerattitüde – entwickelt sich immer mehr zur Lifestyle-Freizeitbeschäftigung, wahlweise zum Teil der Etikette luxusverliebter reicher Idioten.

Wagnerdämmerung

Dass bei den Bayreuther Festspielen Sexismus und sogar Übergriffe alles andere als ein Einzelfall sind, ist beschämend für den Kulturbetrieb. Aber ganz sicher auch keine Überraschung, findet Erik Zielke.

Bienen können gut im Kollektiv arbeiten, haben aber mutmaßlich keinen Kunstbegriff.
Frei assoziiert?

Kollektivität in den Künsten ist en vogue – aber bringt sie tatsächlich den Fortschritt, den man sich von ihr verspricht? Weder darf es um ein falsches Demokratieverständnis noch um neoliberale Prozessoptimierung gehen.

Hans-Thies Lehmann, 2012
Der Staunende

Heiner Müller und Bertolt Brecht, postdramatisches Theater und Tragödie, er widmete sein Leben der Kunst und den Worten. Zum Tod des bedeutenden Theater- und Literaturwissenschaftlers Hans-Thies Lehmann.

Sabine Schormann
Keine Frage des Kontexts

Es ist ein längst überfälliger Schritt und trotzdem ersetzt der Rücktritt der Documenta-Generaldirektorin Sabine Schormann nicht die notwendige Debatte um den Antisemitismus-Skandal, findet Erik Zielke.

Wenig Tiefe trotz großer Bilder:
Im Bummelzug der Weltgeschichte

Zwischen Kitsch und erhobenem Zeigefinger: In einem interdisziplinären Großprojekt des isländischen Regisseurs Thorleifur Örn Arnarsson errichtet das Staatstheater Kassel einen »Temple of Alternative Histories«.

Ganz schön dunkel

Das Projekt Selbstoptimierung: In der Vierten Welt in Berlin widmete sich die japanische Performerin Haruka Tomatsu mit »Spirale – Wenn der Körper nicht streikt« tänzerisch der modernen Arbeitswelt.

Hippietum trifft auf Ethnokitsch und Windows 98: die begehbare Raumbühne für »Einstein on the Beach«
Augen zu und durch

Mit «Einstein on the Beach» werfen Susanne Kennedy und Markus Selg einen Blick ins posthumane Zeitalter und probieren sich an der Wiederverzauberung der Welt. Aber Philip Glass’ geniale Musik trotzt jeder Verkitschung.

Bekenntnispoet

Mehr symbolpolitischer Akt denn Auszeichnung für ein literarisches Werk: Dem in Charkiw lebenden ukrainischen Schriftsteller Serhij Zhadan wird der diesjährige Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen.

Ein Mensch mit Haltung: Reiner Steinweg
Was ist weise?

Er hat das Lehrstück zurück in die Theaterpraxis gebracht, eine Karriere als Friedens- und Konfliktforscher folgte. Reiner Steinweg hat ein halbes Jahrhundert – mit und ohne Brecht – der Gewaltprävention gewidmet.

Dienen lernen

Der Wirtschaftsminister will uns frieren lassen für das gute Gewissen, der Bundespräsident plädiert für Zwangsdienste für die Gesellschaft. Hoffentlich vergeht bald auch den Letzten noch die Kriegseuphorie.

Ausgehebelte Normalität: Kotbang Jang, Sophie Rois und Trystan Pütter in
»Mir fehlt die Selbstattacke«

Die Schauspielerin Sophie Rois im Interview über den Film »A E I O U«, über das Alter und kriminelle Heiterkeit, über Wolfgang Pohrt und Frank Castorf, über den Zustand des Theaters und das Privileg, Frau zu sein.

Keine Angst vorm Zirkus: Armin Petras’ anarchischer Bühnenabend in Cottbus
Rückkehr des Haifischs

Siehst du den Mond über Soho? Der Regisseur Armin Petras bringt mit seiner »Two Penny Opera«, einer Rock-Oper nach der Musik von The Tiger Lillies, den Punk zurück auf die Bühne des Staatstheaters Cottbus.

Hier gibt es kein Selbstreflexionsblabla, sondern deutsche Literatur in Überlänge.
Ein leichter Sinn

Der französische Regisseur Julien Gosselin debütierte mit »Sturm und Drang. Geschichte der Deutschen Literatur I« an der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und versuchte den Geist des Hauses zu beschwören.

Vollkommen fehlgeleitet: Wer fristet heute noch Lebenszeit im Auto?
Die gespaltene Gesellschaft und ihre Freunde

Es geht ein tiefer Riss durch die Gesellschaft. Er verläuft zwischen Menschen mit und ohne Führerschein. Mit Autofahrern leben im 21. Jahrhundert?, fragt Erik Zielke und hat einen Selbstversuch unternommen.

Vielleicht der erste Autorenfilm aus Deutschland:
Abbruch der Zelte

Vor 90 Jahren erschien der Film »Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt?« von Slatan Dudow. Unser Redakteur pilgerte an Himmelfahrt zum Zeltplatz Kuhle Wampe und reflektierte über kleinbürgerliches Verhalten.

Mit ihren Werken war sie stets im Dialog mit der Geschichte: Anna Seghers
Das Verlockende an der Sache ist nicht Adlershof

Es ist ein Schattendasein, das die Schriftstellerin in der deutschen Literaturgeschichte fristet. Nun widmeten die Akademie der Künste und das Theater Ost sich mit einem Thementag der Schriftstellerin Anna Seghers.

Langeweile im Parkett: Steckt das Theater in der Krise?
Wen interessiert’s?

Stell dir vor, das Berliner Theatertreffen findet statt – und keiner geht hin. Die diesjährige Festivalausgabe ist vorbei, gespielt wurde vor längst nicht ausverkauftem Haus. Woher kommt der »Publikumsschwund«?