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Türkische Faschisten demonstrieren für Erdogan

»Graue Wölfe« beteiligten sich an Kundgebungen in Deutschland und Österreich gegen den Putsch / Kurdische Lokale angegriffen

Türkische Nationalisten nutzten die Proteste gegen den Putsch, um in Deutschland und Österreich erneut Präsenz zu zeigen und sich gegen Linke und Kurden in Stellung zu bringen.

In Wien kam es am Samstag zu einer gemeinsamen Demonstration von linken Kräften und türkischen Nationalisten. Die »Neue Linkswende« hatte auf ihrer Facebook-Seite einen Aufruf zu der Demonstration »Gegen den Militärputsch in der Türkei« unterstützt. Organisiert wurde der Protest unter anderem von der AKP-nahen »Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD)«.

Beobachtern zufolge sei die Kundgebung von Grüßen der faschistischen türkischen Partei »Graue Wölfe« (Partei der Nationalistischen Bewegung), »PKK-Terrorist«-Rufen und »Recep Tayip Erdogan«-Sprechchören dominiert gewesen. Die Chöre der linken Teilnehmer, »Hoch die Internationale Solidarität«, seien untergegangen. Im Zuge der Demonstration sei es dann zu Angriffen auf ein von Kurden geführtes Lokal gekommen, berichtet ein Augenzeuge auf der linken Medienplattform »linksunten indymedia«.

Türkische Nationalisten, Erdogan-Anhänger und Linke lehnen Putsch ab

In Deutschland waren bereits in der Nacht auf Samstag Tausende Unterstützer Erdogans auf die Straße gegangen. Allein 3.000 Demonstranten zogen in Berlin spontan vor die türkische Botschaft. Auch hier nahmen an der Kundgebung rechtsextreme »Graue Wölfe« teil, wie der Grünen-Politiker Erik Marquardt auf Twitter berichtet.

Abgelehnt wurde der Putsch sowohl von Anhängern Erdogans, als auch von der Opposition. Die linke türkisch-kurdische »Föderation Demokratischer Arbeitervereine« in Deutschland (DIDF) erklärte, Demokratie und Freiheit in der Türkei können »weder von einer Ein-Mann-Diktatur noch von einem Militärputsch gesichert werden«, die Wahl zwischen den Putschisten und Erdogan sei »eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera«. Der Militärputsch diene der Regierung. »Das faschistische Regime wird nun diesen Putschversuch nutzen, um jegliche kritische Stimme und oppositionelle Kräfte stillzulegen.«

Bereits am Samstag hatte sich auch die kurdische Linkspartei HDP von dem Aufstand distanziert. »Die einzige Lösung ist demokratische Politik«, hieß es in einer Erklärung der beiden Vorsitzenden Selahattin Demirtaş und Figen Yüksekdağ. »Wir sind, unter allen Umständen und aus Prinzip, gegen jede Form eines Putschs.«

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