Nordirak: IS startet Angriff auf Kirkuk

Dutzende bewaffnete Islamisten greifen Stadt an / Mindestens sechs Polizisten und zwölf IS-Kämpfer getötet

Kirkuk. Dutzende bewaffnete Islamisten haben am Freitag die nordirakische Stadt Kirkuk angegriffen. Augenzeugen und ein AFP-Korrespondent berichteten über Dschihadistengruppen mit Granaten und Schusswaffen in mehreren Vierteln der Stadt. Nach Angaben der Polizei kam es zu Gefechten, bei denen mindestens sechs irakische Polizisten und zwölf Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) getötet wurden.

Der AFP-Korrespondent beobachtete neun Männer auf einer Straße im Bezirk Adan in der Stadt Kirkuk. Augenzeugen berichteten von kleinen Gruppen bewaffneter Männer, die in Kirkuk in Moscheen und andere Gebäude in weiteren Stadtvierteln eindrangen.

Unterdessen bekannte sich die IS-Miliz über ihr Sprachrohr Amaq zu den Selbstmordanschlägen auf mehrere öffentliche Gebäude im von Kurden kontrollierten Kirkuk und auf ein Kraftwerk in Dibis 40 Kilometer nordwestlich von Kirkuk. »Die Kämpfer des IS haben die Stadt Kirkuk aus allen Richtungen angegriffen«, erklärte Amaq. Bei den Anschlägen starben nach Angaben der Behörden mindestens 17 Menschen, 16 von ihnen in dem Kraftwerk.

Bereits in der Nacht hatten mit Gewehren bewaffnete Selbstmordattentäter in Kirkuk mehrere öffentliche Gebäude angegriffen. Nach Angaben eines kurdischen Geheimdienstvertreters attackierten allein vier Attentäter das örtliche Polizeihauptquartier. Einer der Männer wurde getötet, die drei anderen sprengten sich in die Luft. Die nächtlichen Angriffe galten auch Kontrollpunkten und Sicherheitspatrouillen in der Stadt, die 240 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad liegt.

Im nordirakischen Dibis griffen drei Attentäter ein Kraftwerk an und lieferten sich Kämpfe mit den Sicherheitskräften, wie die Behörden mitteilten. Einer der Attentäter wurde erschossen, bevor er seine Sprengstoffweste zünden konnte, wie der Bürgermeister der Stadt, Abdullah Nureddin al-Salehi, sagte. Die anderen beiden Angreifer jagten sich in die Luft. Bei dem Angriff auf die Anlage wurden zwölf irakische Arbeiter und Ingenieure sowie vier iranische Techniker getötet.

Der IS steht derzeit im Norden des Irak unter Druck, weil eine Großoffensive auf die Stadt Mossul läuft. Die Stadt ist die Hochburg der Dschihadisten im Irak und soll dem IS wieder entrissen werden. AFP/nd

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung