Teilzeit: 28 Prozent erhalten Niedriglohn

Zahl der Menschen mit Teilzeitjob in jüngster Zeit stark gestiegen

Teilzeitkräfte werden extrem oft schlecht bezahlt: 28 Prozent mussten sich zuletzt mit einem Niedriglohn unter 9,75 Euro begnügen. Bei Vollzeit-Beschäftigten ist die Quote mit elf Prozent deutlich geringer, berichtet die Hans-Böckler-Stiftung. In Deutschland ist die Zahl der Menschen mit Teilzeitjob in jüngster Zeit stark gestiegen. 2006 hatten noch 26 Prozent aller abhängig beschäftigten Frauen eine Teilzeit-Stelle, im vorigen Jahr waren es schon 38 Prozent. Unter Männern stieg die Quote von fünf auf neun Prozent. Das geht aus Daten hervor, die die Hans-Böckler-Stiftung heute veröffentlicht hat und die auf Statistiken der Bundesagentur für Arbeit beruhen.

Manche Beschäftigte haben freiwillig ihre Arbeitszeit reduziert, andere würden gern länger arbeiten - was auch an der schlechten Bezahlung liegen dürfte.

Denn Teilzeit bedeutet oft Niedriglohn. Neueste Zahlen aus dem sozio-ökonomischen Panel für 2015 zeigten, dass gut 28 Prozent aller Teilzeitkräfte Geringverdiener mit einem Stundenlohn unter 9,75 Euro seien, so die Hans-Böckler-Stiftung. Zum Vergleich: Bei Vollzeit-Beschäftigten beträgt der Anteil elf Prozent.

Minijobber werden demnach noch öfter schlecht bezahlt: 70 Prozent der geringfügig Beschäftigten erhielten zuletzt einen Niedriglohn. Dabei ist für Millionen Menschen in Deutschland der Minijob der
Hauptverdienst: 14 Prozent aller Beschäftigten - das sind 5,1 Millionen Männer und Frauen - hatten im vorigen Jahr ausschließlich einen Minijob.

Besonders verbreitet sind Niedriglöhne im Gastgewerbe, im Handel und in der Landwirtschaft. Das ergab vor zwei Jahren eine Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation an der Uni Duisburg-Essen. Daran dürfte sich bis heute nicht viel geändert haben. Im Einzelhandel, in Hotels und Gaststätten arbeiten gleichzeitig sehr viele Teilzeitkräfte und Minijobber. Oft sind dies Frauen.

Auch unter Leiharbeitern war der Anteil der Geringverdiener zuletzt mit 46 Prozent sehr hoch. Auch diese Angaben beziehen sich auf das Jahr 2015, dies seien die neuesten verfügbaren Zahlen aus dem
sozio-ökonomischen Panel, so die Böckler-Stiftung.

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