600 Lkw-Fuhren Schotter warten

Nach dem großen Festgottesdienst in Wittenberg sollen sich die Elbwiesen wieder erholen

Wittenberg. Nach dem Reformations-Festwochenende mit großem Gottesdienst haben in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) die Aufräumarbeiten begonnen. Zunächst würden die Zäune abgebaut, um den Baufahrzeugen Zufahrt und Platz zu verschaffen, sagte Bauleiter Jörg Wagner der dpa. Am Montag sollte dann mit dem Abbau der Zelte begonnen werden, auch der Strom und sensible Technik für Ton und Licht sollten abtransportiert werden. Bis Ende Juni solle die Wiese wieder frei sein. Nach Angaben des Vereins Reformationsjubiläum 2017 hatten am Sonntag rund 120 000 Menschen den Festgottesdienst zu 500 Jahren Reformation mit Blick auf die Silhouette der Stadt mitgefeiert. Aus Sicht der Polizei ist das Sicherheitskonzept für das Festwochenende aufgegangen.

Die Veranstaltung sei weitestgehend störungsfrei verlaufen, teilte die Polizei auf dpa-Nachfrage mit, man habe hauptsächlich den Verkehr gelenkt und geleitet. Teile Wittenbergs waren von Samstagmittag an für den Individualverkehr gesperrt, um die Wege zum Festgelände für Fußgänger und Shuttlebusse frei zu halten. Wegen der extremen Hitze hätten die Polizeibeamten auch geholfen, Getränke an die Besucher zu verteilen.

Nach dem Festgottesdienst müssen nun auch rasenschonende Bodenplatten und 600 Lkw-Ladungen Schotter beseitigt werden, die für Wege über das Gelände nötig waren. Üblicherweise bewirtschaftet ein Bauer die 40 Hektar als Grünland. Über die kommenden fünf Jahre soll es nun ein Umweltmonitoring geben. Damit soll sichergestellt werden, dass die Wiese keinerlei Schaden genommen hat. Denn: Die Lutherstadt Wittenberg ist nur wenige Kilometer entfernt von der geschützten Flusslandschaft des Biosphärenreservats Mittlere Elbe mit Biberpopulation. Und die Organisatoren haben umfangreiche Umweltschutzauflagen bekommen.

Die von der Bundeswehr über die Elbe errichtete Pontonbrücke sei sehr stark frequentiert worden, sagte ein Sprecher der Bundeswehr am Montag in Magdeburg. Die Brücke sei noch in der Nacht zum Montag in drei große Teile zerlegt und abtransportiert worden. »Die Pontonbrücke wurde dringend zur Entlastung gebraucht.« Es seien sehr viele Besucher aus der Stadt in Richtung Festwiese gekommen. Schätzungen zufolge soll die Brücke insgesamt für den Hin- und Rückweg etwa 50 000 Mal genutzt worden sein.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe war nach eigenen Angaben mit 750 Kräften für den Sanitätsdienst vor Ort. Diese registrierten 715 Hilfeleistungen. Meist konnten diese direkt an den Unfallhilfsstellen behandelt werden, hieß es. 75 Patienten seien zur Weiterbehandlung in umliegende Krankenhäuser sowie an das Rettungszentrum der Bundeswehr übergeben worden. Agenturen/nd

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