Gewalt mit System

Am 25. November ist Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Berlin. Viele halten es schon für reichlich suspekt, wenn im Zuge einer Debatte wie der unter dem Stichwort MeToo gleich ein paar Dutzend Prominente auf einmal der Vergewaltigung oder des Missbrauchs beschuldigt werden. So viele Männer sollen böse sein? Auch im Sport? Und sogar in der Politik?

Dabei sind die Zahlen bekannt, und sie sind dramatisch. Auch hierzulande. Alle drei Minuten wird in Deutschland eine Frau vergewaltigt, sagt die Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes, jede siebte Frau erlebt strafrechtlich relevante sexualisierte Gewalt. Die Frauenhäuser der Republik platzen aus allen Nähten und allenfalls ein Bruchteil der Peiniger wird verurteilt. Die strukturellen Hintergründe der Gewalt gegen Frauen oder etwa Transpersonen auf der einen und die weitgehende Straffreiheit der Täter auf der anderen Seite sind es, die auch für Deutschland den Begriff »Rape Culture« (Vergewaltigungskultur) nicht abwegig erscheinen lassen. Wer das mit einer Pauschalverurteilung aller Männer verwechselt, sollte sich nicht gleich aufregen, sondern einfach noch mal nachdenken.

Einen Anlass dazu bietet der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, der alljährlich am 25. November begangen wird. Mit Aktionen in aller Welt wird auch auf Femizide (Frauenmorde), Genitalverstümmelung, Zwangsheiraten und Zwangsprostitution, rechtliche Benachteiligungen und andere Menschenrechtsverletzungen hingewiesen.

Dass häufig gerade Frauen, die gegen Gewalt, Sexismus und Rassismus kämpfen, selbst Ziel von Anschlägen werden, zeigt die Geschichte der Guatemaltekin Thelma, die in ihrem Dorf im Osten des Landes um ihr Leben fürchten muss und mit anderen indigenen Frauen von der Hauptstadt aus versucht, Widerstand gegen den Machismo zu organisieren. rst Seiten 13, 18 und 19

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