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Weltklimarat hält 1,5-Grad-Ziel für kaum noch erreichbar

Wissenschaftler: Aktuelle Politik der Staaten macht Einhaltung des Pariser Klimaabkommens praktisch unmöglich

  • Lesedauer: 2 Min.

Berlin. Der Weltklimarat sieht einem Zeitungsbericht zufolge nur noch wenig Chancen, das ehrgeizige Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Die globale Erwärmung bei 1,5 Grad Celsius zu stoppen sei »mit 66-prozentiger Wahrscheinlichkeit jenseits des Erreichbaren«, heißt es im Entwurf eines neuen Reports des UN-Expertengremiums, aus dem die »taz« zitiert. Im Pariser Abkommen von 2015 hatten die Staaten vereinbart, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad und wenn möglich sogar auf 1,5 Grad im Vergleich zu vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Die bisherigen Emissionen sowie die aktuelle Politik der Staaten und ihre Investitionen vor allem in den Energiesektor machten die direkte Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze praktisch unmöglich, schreiben laut der Zeitung die 26 internationalen Autoren des Berichtes. Die Studie werde derzeit von Forschern weltweit erstellt und überarbeitet und solle im Herbst veröffentlicht werden, hieß es.

Das 1,5-Grad-Ziel ist vor allem für Inselstaaten und vom Klimawandel besonders bedrohte Regionen wie die Arktis oder Küstenstädte wichtig. In Paris brachte das 1,5-Grad-Versprechen viele arme Länder dazu, dem Vertrag zuzustimmen.

Das aktuelle Papier des Weltklimarates bestätigt die gravierenden Folgen der Erwärmung für diese Regionen, wie die »taz« weiter berichtet. Der Unterschied zwischen 1,5 und zwei Grad Erwärmung hätte demnach schwerwiegende Folgen: Mehr starke Stürme, einen um zehn Zentimeter höheren Meeresspiegel, eventuell den unumkehrbaren, langsamen Verlust des Eises in Grönland und der West-Antarktis, verstärktes Aussterben von Pflanzen, Fischen, Insekten und Wirbeltieren sowie ein höheres Risiko von Armut, Unterernährung und Krankheit. Bislang sind die globalen Durchschnittstemperaturen im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter um etwa ein Grad gestiegen.

Die einzige Chance, um doch noch eine Stabilisierung innerhalb des 1,5-Grad-Rahmens zu erreichen, läge nach Einschätzung der Forscher darin, das Treibhausgas CO2 aktiv aus der Atmosphäre herauszufiltern, hieß es. Das müsse allerdings sehr schnell und in sehr großem Maßstab erfolgen. Dies sei unrealistisch, auch weil beispielsweise der Flächenbedarf für erforderliche Aufforstungen mit den Bedürfnissen der Landwirtschaft kollidiere. Agenturen/nd

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