Streiks in Griechenland legen Nah- und Flugverkehr lahm

Beschäftigte protestieren gegen die Einschränkung des Streikrechts

  • Lesedauer: 2 Min.

Athen. Aus Protest gegen neue Kürzungs- und Reformmaßnahmen sind am Montag zahlreiche griechische Beschäftigte in den Streik getreten. Betroffen ist vor allem der Bereich Nah- und Flugverkehr. Zu dem Arbeitskampf hatten mehrere Gewerkschaften aufgerufen.

Die Fahrer aller U-Bahnen, der Busse und der Straßenbahnen legten die Arbeit für 24 Stunden nieder. Auf den Zufahrtsstraßen entstanden gewaltige Staus, wie das Fernsehen zeigte. Die Gesetzesänderung im Streikrecht soll im Zuge der harten Spar- und Reformpolitik am späten Montagabend vom Parlament in Athen gebilligt werden. Zudem sind Demonstrationen vor dem Parlament in Athen geplant.

Wie die Gewerkschaft der griechischen Fluglotsen mitteilte, wollen ihre Mitglieder zwischen 12.00 Uhr und 15.00 Uhr (11.00 Uhr und 14.00 Uhr MEZ) die Arbeit niederlegen. Zahlreiche Inlandsflüge müssten aus diesem Grund ausfallen, andere würden verspätet starten, teilten die Fluggesellschaften mit. Die Staatsbediensteten wollen für drei Stunden die Arbeit niederlegen.

Hintergrund der Proteste ist vor allem die drohende Einschränkung des Streikrechts. Eine Arbeitsniederlegung soll künftig nur noch dann zulässig sein, wenn mehr als 50 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder zugestimmt haben. Bislang reichten 20 Prozent, in manchen Fällen genügte schon der Beschluss des Vorstandes.

Die Streikenden kritisierten zudem die geplanten häufigeren Versteigerungen von Immobilien. Es geht um sogenannte faule Kredite, bei denen Schuldner mit dem Tilgen lange in Verzug sind, sowie die Beschlagnahmung der Immobilien säumiger Steuerschuldner. dpa/nd

Werde Mitglied der nd.Genossenschaft!
Seit dem 1. Januar 2022 wird das »nd« als unabhängige linke Zeitung herausgeben, welche der Belegschaft und den Leser*innen gehört. Sei dabei und unterstütze als Genossenschaftsmitglied Medienvielfalt und sichtbare linke Positionen. Jetzt die Beitrittserklärung ausfüllen.
Mehr Infos auf www.dasnd.de/genossenschaft

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal