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Sündenfall in Leipzig

Alexander Ludewig über die Trennung von RB-Trainer Ralph Hasenhüttl

  • Alexander Ludewig
  • Lesedauer: 2 Min.

»Er ist in der nächsten Saison auf jeden Fall unser Trainer«, sagte Ralf Rangnick am Wochenende. Am Mittwoch gaben RB Leipzig und sein Sportdirektor dann die Trennung von Ralph Hasenhüttl bekannt. Dass dem Treuebekenntnis der Abschied folgt, ist in diesem Geschäft normal. Aber: RB ist ob seiner fragwürdigen Klubstruktur einzigartig im deutschen Profifußball - Hasenhüttls Ausbootung ist die Vertreibung aus dem Fußballgarten Eden.

Der Sündenfall war die Weigerung des Trainers, im Winter über eine Verlängerung seines bis zum Sommer 2019 laufenden Vertrags zu verhandeln. Hasenhüttl machte sich damals Gedanken über seine eigene Zukunft. Dass er RB im ersten Bundesligajahr 2017 zur Vizemeisterschaft geführt hatte, machte ihn für andere Vereine interessant. Dass Spieler oder Trainer darüber nachdenken, sich andernorts verbessern oder weiterentwickeln zu können, ist auch normal im Profifußball. Leipzigs Mastermind Ralf Rangnick mag das aber gar nicht. Also, um im biblischen Kontext zu bleiben, vertrieb der Fußballgott den trainer aus seinem Paradies und lehnte dessen Wunsch nach einer langfristigen Vertragsverlängerung ab. Dies war für den Trainer dann keine vertrauensvolle Basis mehr für eine Zusammenarbeit.

Rangnick ist ein vom Ehrgeiz Getriebener. In Leipzig plante er mit den RedBull-Millionen sein perfektes Projekt - und zahlte schon in Liga drei und zwei erstklassig. Jetzt, da er oben angekommen ist, stößt er an Grenzen, die er nicht akzeptieren will: die Gesetze des Marktes. Und dass, obwohl er schon seine eigenen Grundsätze gebrochen hat. RB verpflichtet mittlerweile auch Spieler, die älter als 23 Jahre sind. Die selbst verordnete Gehaltsobergrenze für Profis von drei Millionen Euro pro Jahr ist schon längst abgeschafft.

Die plausible These, dass erste längere Phasen von Erfolglosigkeit die Wehrhaftigkeit des RedBull-Konstruktes auf die Probe stellen werden, muss durch die Realität erst noch beweisen werden. Vorerst wird der Erfolg zum Problem: Es wird nicht mehr lange dauern, dann werden nach Naby Keita weitere Leistungsträger Leipzig verlassen. Wenn Rangnick dann ebenso bockig reagiert wie im Fall Hasenhüttl, schadet er RB. Denn mit dem Trainer »und seiner Arbeit sind wir mehr als zufrieden«, urteilte er vor wenigen Tagen.

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