Nicht faszinierend

Kurt Stenger über Aussichten des Weltraumbergbaus

  • Von Kurt Stenger
  • Lesedauer: 1 Min.

Sie heißen etwa Deep Space Industries oder Planetary Resources. Diese Unternehmen wollen in absehbarer Zeit unterwegs sein, um neue Welten zu erforschen und vor allem deren Rohstoffe wie Platin, Osmium und Iridium auszubeuten. Für ihre extraterristrischen Vorhaben brauchen die Firmen unter anderem Rechtssicherheit. Zwei Länder bieten diese bisher: Die USA und Luxemburg haben Weltraumbergbaugesetze erlassen und nun eine enge Kooperation vereinbart.

Dass das Mini-Großherzogtum, ansonsten nur als Finanzzentrum bekannt, mit von der Partie ist, macht durchaus Sinn: Es braucht nämlich riesige Investitionssummen. Viele Staaten sind großzügig, wenn es um Weltraumabenteuer geht. Und so stehen die einschlägigen Luftfahrtkonzerne und Satellitenbetreiber, aber auch kleine Start-ups Schlange. Auch die deutsche Industrie scharrt mit den Hufen und fordert die Bundesregierung zum Handeln auf. Doch es braucht sehr viel mehr Kapital: Jeder Erkundungsflug würde Milliardensummen verschlingen. Daher halten es einige Experten für ausgeschlossen, dass der Bergbau samt Rücktransport der Edelmetalle jemals wirtschaftlich sein kann.

Ohnehin viel besser wäre das Geld aufgehoben, wenn es in die Forschung ressourcenschonender Produktion bzw. das Recycling investiert würde. Sich den ganz irdischen Problemen zuzuwenden, ist allemal besser, als astronomische Kosten zu begleichen. Mr. Spock würde zu den Weltraumbergbaubestrebungen wohl sagen: »Nicht faszinierend!«

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