»Flüchtlinge sind keine Bedrohung«

UN-Hochkommissar Grandi: Mit Zusammenarbeit, Ressourcen und gutem Willen lässt sich die Herausforderung bewältigen

  • Von Martin Ling
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Der globale Trend ist alarmierend: Mehr als 70 Millionen Menschen suchten 2018 Schutz vor Gewalt und Not, eine Zunahme um 2,3 Millionen gegenüber 2017. Die UN-Generalversammlung hat im Dezember 2018 einen Globalen Pakt für Flüchtlinge verabschiedet, um dem Trend entgegenzusteuern. Sind nach sechs Monaten schon erste Wirkungen erkennbar?

Ich denke schon. Das Konzept des Paktes wurde in Teilen bereits seit 2016 angewandt, in 15 Ländern Lateinamerikas und Afrikas erprobt. Entwicklungsakteure werden einbezogen, die auf mittel- und langfristige Entwicklung zielen. Denn traditionell ist die Flüchtlingshilfe kurzfristig auf humanitäre Hilfe orientiert, Medikamenten- und Nahrungsmittellieferung. Das ist sinnvoll, wirkt aber nur kurzfristig. In Ländern wie Äthiopien, wo es eine entwicklungsförderliche Regierung gibt, aber auch in Uganda und Kenia wurden gewisse Fortschritte gemacht. Ich will das betonen, weil es dem üblichen Narrativ entge...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.