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Mit der Charité zur Medizinmetropole

Universitätsklinikum stellt Konzept für strategische Neuausrichtung zum Jahr 2030 vor

  • Von Martin Kröger
  • Lesedauer: 3 Min.

Während der aktuellen Corona-Pandemie ist sichtbar geworden, wohin sich das Gesundheitswesen entwickeln muss. Ziel muss es sein, über alle Grenzen hinweg übergeordnete Ziele zu verfolgen. Um möglichst schnell auf kommende Bedrohungen zu reagieren, braucht es zudem partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen allen medizinischen Disziplinen. »Die Charité strebt an, bestehende Hindernisse und Grenzen im heutigen Gesundheitssystem aufzulösen oder zu verschieben und damit neue Handlungsspielräume zu erschließen«, heißt es in dem 76 Seiten langen Konzept »Charité 2030 – wir denken Gesundheit neu«, das am Montag der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Europas größte Universitätsklinik will damit nichts weniger, als in der kommenden Dekade die »treibende Kraft einer werteorientierten Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung zu werden«, was Ausbildung und Forschung angeht. So soll auch der Austausch zwischen Grundlagen- und klinischer Forschung verbessert werden.

»Auch die kommenden Monate werden von den Herausforderungen der Covid-19-Pandemie geprägt und die Charité stark eingebunden sein – sowohl in der medizinischen Versorgung als auch in der Forschung«, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Charité, Heyo Kroemer zum Anlass. Gerade in Pandemie-Zeiten gehe es darum, die Zukunft in den Blick zu nehmen, so der Chef der Universitätsklinik. »Zusätzlich hat die Pandemie gezeigt, dass eine Organisation in der Lage sein muss, mit gänzlich unerwarteten Anforderungen schnell und agil umzugehen und dabei zugleich den Blick nach vorne nicht verlieren darf.« Kroemer selbst hatte mit dem Vorstand der Klinik die Entwicklung des Strategiekonzeptes initiiert. Grundlagen für das Papier waren eine gründliche Analyse der Ausgangslage und der Trends im Gesundheitswesen, außerdem wurden Interviews und Befragungen in der Charité durchgeführt.

Mit über 4400 forschenden Ärztinnen und Ärzten, 290 Professorinnen und Professoren sowie über 8000 Studierenden und fast 650 Auszubildenden und weiteren fast 19 000 Beschäftigten zählt die Charité zu einem der größten Arbeitgeber und Forschungsstätten in Berlin. Zuletzt erzielte der Klinikkonzern zwei Milliarden an Gesamteinnahmen, über 100 Kliniken und Institute zählt die Charité. Und mit über 4500 Pflegekräften übernimmt die Charité einen nicht geringen Teil der medizinischen Versorgung in Berlin. Da sich die Stadt demografisch weiter verändern wird und das Durchschnittsalter der Berlinerinnen und Berliner steigt, sollen die Standorte der Klinikkonzerns gezielt weiterentwickelt werden – unter anderem mit einem zweiten Bettenhochhaus. Insgesamt sollen für alle genannten Veränderungen laut »Tagesspiegel« über sechs Milliarden Euro investiert werden. »Wir müssen zusammen Gesundheit neu denken, denn nur zusammen mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern können wir den Weg nach vorn antreten, um langfristig etwas zu bewirken«, so Kroemer.

Berlin als Wissenschafts- und Gesundheitsmetropole, das ist auch das erklärte Ziel von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD), in dessen Ressort der Wissenschaftsbereich fällt. »Die Charité ist eine zentrale Partnerin für unser Vorhaben, Berlin zu einer führenden Gesundheitsmetropole zu entwickeln, die für medizinischen Fortschritt, hervorragende Fachkräfte und eine zukunftsorientierte Versorgung steht«, erklärte Müller am Montag. Man habe in den vergangenen Jahren gemeinsam bereits viel erreicht. Dieser Weg solle weiter beschritten werden. Die Strategie, so der Regierende, sei dafür ein »wichtiger Kompass«.

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