Nie wieder!

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»Die persönliche Begegnung von und mit Überlebenden und Angehörigen kann ein digitaler Jahrestag der Befreiung nicht ersetzen«, sagt Jens-Christian Wagner, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Wie im vergangenen Jahr wird es auch diesmal coronabedingt keine Präsenzveranstaltungen zum Gedenken an die Selbstbefreiung der Häftlinge des größten faschistischen Konzentrationslageras auf deutschem Boden geben und es werden sich zum Jahrestag am 11. April nicht wie vormals Veteranen verschiedener Nationen auf dem Ettersberg bei Weimar versammeln. Bleibt zu hoffen, dass umso mehr die digitalen Angebote der Gedenkstätte vor allem von der jungen Generation genutzt werden, etwa der Blog otd1945 mit einer Chronologie des Lagers, Livestreams von Veranstaltungen in diesen Tagen bis hin zu Statements von Politikern, Wissenschaftlern, Kulturschaffenden und Aktivisten, wie etwa von Pia Klemp, Sea-Watch-Kapitänin, die an den Schwur von Buchenwald erinnert: »Nie wieder! Ach, wie leicht es von den Lippen geht … zu leicht. Hüten wir uns davor, den Schwur zum Lippenbekenntnis verkümmern zu lassen, zu Ignoranz gegenüber der brutalen Wirklichkeit von Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung.«

Zudem gibt es eine von der Gedenkstätte und dem Goethe-Institut realisierte Installation auf dem Weimarer Theaterplatz, die »Verschwindende Wand«: 6000 Holzklötze mit Zitaten von Überlebenden, so von Imre Kertész, Stéphane Hessel oder Eugen Kogon. Nach deren Einweihung am Sonntag durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dürfen Besucher und Besucherinnen je einen Zitatklotz mitnehmen, um die Botschaften weiter zu tragen. So die Hoffnung. ves

Foto: imago images/Jürgen Ritter

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