Hamas feuert immer weitere Raketen auf Israel ab

Iran verspricht Terrororganisation Unterstützung im Kampf gegen Israel / Israels Luftwaffe beschießt Haus des Hamas-Chefs

Eine Frau und ein Mädchen umarmen sich in einem Luftschutzbunker, als Sirenen vor drohendem Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen warnen.
Eine Frau und ein Mädchen umarmen sich in einem Luftschutzbunker, als Sirenen vor drohendem Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen warnen.

Tel Aviv. Die Palästinenserorganisation Hamas hat in der Nacht zu Sonntag nach Angaben des israelischen Militärs weitere Raketen auf Israel abgefeuert. Ein »schwerer Hagel von Raketen« sei vom Gazastreifen aus auf die Mitte und den Süden Israels abgeschossen worden, twitterte die Armee am frühen Sonntagmorgen. Männer, Frauen, Kinder und ältere Menschen befänden sich in Bunkern. Zuvor hatte ein Sprecher des militärischen Hamas-Arms gedroht, von Mitternacht an erneut Raketen auf Tel Aviv zu feuern. Die islamistische Hamas ist unter anderem von der EU als Terrororganisation eingestuft und herrscht im Gazastreifen.

Am Samstag hatten militante Palästinenser bereits drei Mal kurz hintereinander Raketen auf den Großraum Tel Aviv abgefeuert. In Tel Avivs Nachbarstadt Ramat Gan starb ein Mann beim Einschlag einer Rakete. Israels Luftwaffe zerstörte anschließend ein 14-stöckiges Hochhaus im Gazastreifen, in dem Medienunternehmen wie Associated Press (AP) ihre Büros hatten.

Nach massiven Raketenangriffen aus dem Gazastreifen hat Israels Luftwaffe das Haus des Hamas-Chefs Jihia al-Sinwar im Süden des Küstengebiets beschossen. Das Gebäude in Chan Junis habe als »militärische Infrastruktur der Terrororganisation Hamas« gedient, teilte die israelische Armee am Sonntag mit. Das Militär hatte der Führungsriege der im Gazastreifen herrschenden, islamistischen Palästinensergruppe Hamas zuvor mit gezielter Tötung gedroht.

Iran verspricht Terrororganisation Unterstützung im Kampf gegen Israel

Der Iran hat der palästinensischen Hamas im Gaza-Konflikt seinen Rückhalt im Kampf gegen Israel versprochen. In einem Telefonat mit dem Hamas-Chef Ismail Hanija sicherte der Kommandeur der Al-Kuds Brigade der iranischen Revolutionsgarden, General Ismaeil Ghani, am Samstag uneingeschränkte Unterstützung zu, wie iranische Staatsmedien berichteten. Hanija bedankte sich seinerseits für die Unterstützung des Irans und sagte laut Nachrichtensender Al-Alam, dass der Kampf gegen Israel nicht einer der Hamas, sondern der gesamten islamischen Welt sei.

Zuvor hatte der iranische Außenminister kurzfristig einen für Samstag geplanten Besuch in Österreich abgesagt, nachdem die Regierung in Wien die israelische Flagge auf ihren Gebäuden gehisst hatte. Hauptthema des Treffens wären die in Wien laufenden Verhandlungen zur Erneuerung der Atomvereinbarung mit dem Iran von 2015 gewesen.

Iran betrachtet Israel als seinen Erzfeind und unterstützt anti-israelische Widerstandsgruppen, darunter auch die Hamas und Islamischer Dschihad im Gazastreifen sowie die Hisbollah-Miliz in Südlibanon. Die gesamte iranische Führung hatte diese Woche »die brutalen und grausamen Verbrechen« Israels an den Palästinensern aufs Schärfste verurteilt.

Dennoch hält sich der Iran in dem jüngsten Konflikt eher zurück. Ein Grund sind laut Beobachtern die Atomverhandlungen, die Teheran nicht gefährden wolle. Dort geht es vor allem um die Aufhebung der US-Sanktionen, die den Iran in den letzten zwei Jahren in eine Wirtschaftskrise gestürzt haben. Agenturen/nd

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