»Wir wollen mitreden, wir wollen auch mitentscheiden«

Drei junge Politiker, eine Musikerin und der Osten: Robert Fietzke, Katharina Zacharias, Philipp Rubach und Nina Kummer diskutieren über ihre »unruhevolle ostdeutsche Jugend«, die Sexyness von Parteien und AfD-Erstwähler.

  • Von Max Zeising
  • Lesedauer: 14 Min.
Der baulichen Tristesse steht ein
Der baulichen Tristesse steht ein "fröhlicher Eigensinn Ost" entgegen, zumindest wenn es nach unseren Interviewpartner*innen geht.

Nina, du bist Sängerin und Gitarristin der Indiepop-Band Band »Blond«. Wie erlebst du diese Corona-Zeit als Künstlerin?

Nina: Heute geht es, aber im Grunde ist es eine absolut blöde Zeit. Wir Kulturschaffende fühlen uns allein gelassen. Viele Leute denken ja, Künstler leben von Luft und Liebe. Aber wir als Familie (die ganze Familie ist künstlerisch aktiv, siehe Kasten mit Kurzbiografie, Anm. d. Red.) mussten sogar Hartz IV beantragen. Mittlerweile sind wir da ausgestiegen. Wir haben dieses ganze Hartz-IV-System kennengelernt und mitgekriegt, wie krass erniedrigend das ist. Es funktioniert bei uns nicht und entspricht nicht der Lebenswirklichkeit von Soloselbstständigen.

Das war sicher ein schwerer Schlag.

Nina: Ja, und dann arbeite ich noch ehrenamtlich in einem Obdachlosentreff, wo mir aufgefallen ist: Okay, auch diese Leute werden an vielen Stellen total vergessen. Und ja, generell geht diese Zeit an die Psyche, man fühlt sich nicht wohl, man kann nichts machen. Ich würde gern wieder auf einer Bühne stehen, vor Leuten spielen. Aber auf der anderen Seite will man natürlich auch solidarisch sein und nicht drauf scheißen und einfach ein Konzert veranstalten.

Ihr verarbeitet eure Alltagserlebnisse in eurer Musik, so auch auf dem aktuellen Album »Martini Sprite«. Dort ist beispielsweise die Rede von einem »Thorsten«, der Frauen erklären will, wie Technik funktioniert. Ist eure Musik politisch?

Nina: Naja, diese Songs sind eher wie Tagebucheinträge. Wir geben einfach wieder, was uns in unserem Umfeld passiert, was uns beschäftigt. Und so kommt man natürlich auch auf Mansplaining als Thema.

Es heißt, eure Musik sei die »Zustandsbeschreibung einer unruhevollen ostdeutscher Jugend«. Gibt es denn diese »Thorstens« nur im Osten?

Nina: Nein, die Thorstens gibt es überall. Das ist super, dass es die überall gibt (lacht). Dieses Ostdeutsche findet sich kaum in den Texten, aber im Aufbau unseres Bandprojekts: Wir sind aus einem Künstlerkollektiv heraus entstanden. Das sind alles Leute, die sich irgendwie künstlerisch betätigen, ohne jemals eine Ausbildung darin absolviert zu haben.

In Chemnitz, wo wir herkommen, gibt es ja nicht so viele Möglichkeiten. Ich finde, das hat was Ostdeutsches: diese Mentalität, Dinge selber zu machen, einfach loszulegen, aus dem Mangel etwas Kreatives zu entwickeln. Außerdem werden wir ständig auf unsere ostdeutsche Herkunft angesprochen. Ich habe irgendwann gecheckt: Okay, das ist scheinbar doch noch ein Teil meiner Identität.

Was heißt denn jetzt genau »unruhevolle ostdeutsche Jugend«?

Nina: Dass nicht alles immer prima läuft. Meine ganzen Freunde und ich wurden super früh politisiert, wir waren in Chemnitz auf jeder verdammten Demo gegen Cegida, Pegida und Co. Wenn man politisch denkt, dann ist man hier gezwungen, sich auch politisch zu engagieren. Man kommt gar nicht drumherum. Wir würden auch nie sagen: Ey, das ist uns egal, wir sind neutral.

Robert, du hast als Jugendkoordinator der Linkspartei in Sachsen-Anhalt viele Jugendliche kennengelernt. Hast du das, was Nina gerade erzählt hat, auch wahrgenommen?

Robert: Was Nina beschrieben hat, dieses »Wenn nichts passiert, mache ich es halt selbst«, das kommt überall vor, egal ob in der Stadt oder auf dem Land. Und das hat auch ein sehr progressives Potenzial. Wir haben es in Sachsen-Anhalt mit einer riesengroßen Leere zu tun, nicht nur im räumlichen Sinne, also an leerstehenden Häusern, an Objekten, sondern auch an Angeboten. Wenn ich an meine eigene Jugend in Halberstadt zurückdenke, dann war man dort mit seiner linken Orientierung weitestgehend allein. Ich hätte mir eine Struktur wie die Linksjugend gewünscht. Die gab es damals nicht.

Gibt es aus eurer Sicht Komponenten einer Lebensrealität Ost, die sich von der Lebensrealität westdeutscher Jugendlicher unterscheiden?

Nina: Ich habe das im Studium bemerkt: Die Leute, die aus einem westdeutschen Haushalt kommen, lassen sich die Wohnung von den Eltern bezahlen. Und die aus einem ostdeutschen Haushalt müssen noch nebenbei arbeiten gehen.

Robert: Auseinandersetzungen mit extrem rechten Akteuren sind im Osten häufiger. Und diese Auseinandersetzungen werden seit jeher auch gewaltsam ausgetragen. Linke Jugendliche erleben ganz früh selbst Gewalt, werden bedroht, eingeschüchtert, attackiert. Das hat sich seit den Neunzigern eigentlich kaum geändert und trägt auch mit dazu bei, dass junge Leute das Bundesland verlassen. Auch diese Perspektivlosigkeit: Kriege ich hier einen Ausbildungsplatz? Wie sind die Möglichkeiten, danach übernommen zu werden? Warum soll ich hier bleiben, wenn ich ein paar Kilometer weiter in Niedersachsen 25 Prozent mehr Lohn für die gleiche Arbeit bekomme?

Philipp, du bist im Osten geblieben und hast die Gruppe »Aufbruch Ost« gegründet. Warum beschäftigt dich der Osten so?

Philipp: Wenn es in deiner Familie kaum ein Kaffeetrinken gibt, bei dem die Abwicklungsprozesse nach der Wende kein Thema sind. Wenn Arbeiterinnen und Arbeiter im Osten pro Jahr im Schnitt fast 5000 Euro weniger Lohn als im Westen erhalten und das, obwohl sie im Schnitt dafür noch 56 Stunden im Jahr mehr arbeiten müssen. Wenn nur 1,7 Prozent der Spitzenpositionen auf Bundesebene von Ostdeutschen besetzt sind. Wenn Pegida in Dresden mit dem Ruf »Wir sind das Volk« durch deine Stadt läuft, du aber trotzdem gern an die Ostsee fährst, dir die Menschen wirklich am Herzen liegen und du den Rechten nicht das Feld überlassen willst, dann streitest du für deinen Osten. Ich halte diesen Erfahrungsraum Ostdeutschland - anders, als er häufig dargestellt wird - nicht für verloren, sondern glaube, in ihm steckt ein großes Potenzial.

Man spricht von der heutigen jungen Generation als einer sehr politischen. Stichwort: Fridays for Future. Trifft das in Gänze zu - und somit auch auf den Osten?

Nina: Hm, also mein Freundeskreis ist schon sehr politisch. Wie gesagt, diese ganzen Gegendemos. Aber in meinem Gymnasium, im Gesellschaftskundeunterricht, wurde das überhaupt nicht thematisiert. Da hieß es, im Lehrplan sei kein Platz. Das hat uns immer wahnsinnig gemacht. Ansonsten versuchen wir natürlich, andere Leute zum Wählen zu animieren. Wir fragen dann: Ey, was ist dein Wahllokal-Outfit? Wie putzt ihr euch raus, wenn ihr ins Wahllokal geht? (lacht)

Weiß gar nicht, was mein Outfit ist, wenn ich ins Wahllokal gehe. Ich habe darauf noch nie geachtet, aber vielleicht sollte ich das mal tun.

Nina: Man muss auch einen wirklich geilen, fancy Stift mitnehmen. Das ist ganz wichtig. Dass man sich vorher überlegt, welchen Stift man mitnimmt.

Nimmst du einen eigenen Stift mit ins Wahllokal? Da sind doch Stifte.

Nina: Ja, aber es ist cooler, wenn man einen eigenen mitnimmt. So mit Schrift drauf.

Ich werde jetzt immer mit einem eigenen Stift ins Wahllokal gehen. Ich weiß aber gar nicht: Dürfen da Parteilogos drauf sein? Das kann vielleicht Robert beantworten.

Robert: Keine Ahnung, ich glaube ja. Was spricht dagegen?

Wegen Wahlwerbung im Wahllokal. Aber zurück zum Thema: Die Frage ist ja, ob dieses Bild der politischen Generation richtig ist. Robert, du kannst vielleicht einen Vergleich zu deiner eigenen Jugend ziehen.

Robert: Dieses Bild würde voraussetzen, dass die früheren jungen Generationen unpolitisch gewesen seien. Dieses Narrativ halte ich für falsch. Aber in den letzten fünf, sechs Jahren sind so viele krisenhafte Ereignisse passiert, dass sich Jugend zwangsläufig auf den Weg machen musste zu mobilisieren. Diese Politisierung kann man auch messen, zum Beispiel an Eintrittszahlen.

Bei der Linken sind inzwischen 90 Prozent aller Neumitglieder unter 35. Und wir sind inzwischen bundesweit die Partei, die im Verhältnis zur Gesamtmitgliederzahl den höchsten Anteil an Unter-35-Jährigen hat. Gleichzeitig sind Parteien aber auch eher unbeliebter geworden, es gibt eine Parteienverdrossenheit.

Philipp: Das stimmt. Und ich glaube, dass Parteien sich verändern müssen, und zwar grundlegend, um auch junge Leute anzusprechen. Bewegungen schaffen das viel eher - zumindest in den Städten.

Dazu kommen wir später noch. Katharina, du bist Landtagskandidatin in Sachsen-Anhalt. Du könntest eine der jüngsten Abgeordneten des Landtags werden. Möchtest du auch ein bisschen Unruhe stiften?

Katharina: Also, ich stifte ja jetzt schon Unruhe als stellvertretende Landesvorsitzende. Das liegt auch in der Natur der Sache: Junge Menschen sind ungeduldiger. Unser Vorsitzender hier in Sachsen-Anhalt (Andreas Schmidt, Anm. d. Red.) ist Historiker, der hat einen ganz anderen Bezug zu Zeit als ich. Es ist natürlich schwierig, im Landtag Unruhe zu stiften, weil dort alles seine Zeit braucht. Aber den Leuten in der Partei gehe ich schon jetzt auf die Nerven, weil wir zum Beispiel hier im Landkreis Börde keine vernünftige kindermedizinische Versorgung haben.

Ich bin da ähnlich nervig geblieben wie ein Tinnitus und habe die Partei damit nicht in Ruhe gelassen. Und jetzt sind wir soweit, dass auch unsere Spitzenkandidatin für den Landtag (Katja Pähle, Anm. d. Red.) dieses Thema beackert. Das hat mir gezeigt: Es lohnt sich, hartnäckig zu bleiben. Gerade, wenn wir die jungen Leute im ländlichen Raum in Ostdeutschland halten wollen, dann brauchen wir dort auch Angebote. Und ich habe noch ein zweites Beispiel für das Problem Abwanderung.

Das wäre?

Katharina: Mein Wahlkreis geht bis an die Grenze nach Niedersachsen. In Harbke, was direkt an der Grenze zu Niedersachsen liegt, gibt es kein Gymnasium mehr. Die Schüler müssen anderthalb Stunden einfache Strecke mit dem Bus fahren zum nächsten Gymnasium in Sachsen-Anhalt. Die Eltern, die Geld haben, haben deshalb einen Zweitwohnsitz im fünf Kilometer entfernten Helmstedt in Niedersachsen, damit ihre Kinder dort zur Schule gehen können.

Das kann einfach nicht die Norm sein. Dann überlegen sich junge Menschen natürlich zweimal: Ziehe ich einfach gleich die paar Kilometer weiter? Finde dort einen Job, der besser bezahlt ist, habe die Schule direkt vor der Haustür, und das Krankenhaus gibt es auch noch mit dazu. Warum soll ich dann eigentlich in Ostdeutschland bleiben?

Erzähl uns doch ein bisschen aus dem Wahlkampf! Wie ist es, sich gegen ältere Mitbewerber zu behaupten?

Katharina: Parteiintern ist es natürlich nicht einfach, für niemanden, in keiner Partei. Ich glaube, in progressiven Parteien ist es noch deutlich einfacher als in konservativen. Die Argumentation ist dann immer: Ich mache das schon seit 20 Jahren, mit welchem Recht kommst du jetzt eigentlich an? Die Frage müsste eigentlich lauten: Welche Gesellschaft wollen wir abbilden?

Nina, wie werden Parteien in deinem Umfeld wahrgenommen? Ist es so, dass diese als unsexy gelten?

Nina: Das kommt natürlich auch auf die Partei an. (lacht) Es gibt Parteien, die können machen, was sie wollen, die werden nicht sexy und jung. Mir ist es eigentlich egal, wie alt jemand ist, der Politik macht. Ich finde, man ertappt nur relativ schnell Leute, die einen auf cool machen, und das geht einfach völlig nach hinten los. Mir ist es immer lieber, wenn Politiker einfach seriös sind, egal welches Alter, welches Geschlecht.

Fakt ist natürlich, dass die klassischen Bindungen, wie zum Beispiel an Sportvereine, Gewerkschaften und Kirchen, unter jungen Leuten nachlassen. Wie müssen sich Parteien verändern, damit sie für junge Leute interessant bleiben?

Philipp: Ich glaube, Politik muss in Zukunft stärker gemeinsam von unten gemacht werden. Die Linkspartei verschenkt Potenzial, wenn sie zum Beispiel eine Tour gegen den Pflegenotstand organisiert, aber keine Beschäftigten aus den Kliniken mit dabei sind. Sondern nur Leute aus der Partei ihre Schilder hochhalten und ein paar schicke Fotos machen. Attraktiv wird es für junge Leute, wenn sie das Gefühl haben, dass Politik nahbar ist, dass sie das Ganze mitgestalten können. Und nicht, wenn Politik nur daraus besteht, Geschäftsordnungsanträge zu stellen oder bei einer Partei alle paar Jahre mal zwei Kreuzchen zu setzen.

Robert: Absolut. Wenn Parteien attraktiver für junge Menschen werden wollen, dann müssen sie dazu bereit sein, sich zu verändern. Oft wird jungen Menschen in Parteien zwar suggeriert, man könne sie schon auch gebrauchen, aber am Ende gilt das vor allem für das Hängen von Plakaten, Wahlkampf-Aktionen und schöne Fotos, und eher weniger für ein echtes Ernstgenommenwerden im Hinblick auf politische Inhalte und Ideen.

Die immer noch sehr paternalistische politische Kultur, die da sagt, »du darfst hier zwar mitmachen, aber erst einmal musst du dich unseren Regeln unterwerfen und zehn Jahre dabei sein, bevor du ernst genommen wirst und auch Ambitionen anmelden darfst«, ist tatsächlich noch relativ stark ausgeprägt. Linke Jugendliche vergrault so etwas schnell, weil die natürlich viel antiautoritärer sind, und dann engagieren sie sich lieber in außerparlamentarischen Gruppen und Bewegungen.

Wenn wir auf das Wahlverhalten junger Menschen in Ostdeutschland blicken, dann sehen wir, dass Erstwähler weniger SPD und Linke wählen, mehr die Grünen, aber im Osten auch die AfD. Woran liegt das?

Robert: Dazu gibt es verschiedene Thesen, ich halte davon eine für besonders relevant. Nach dieser These sind die AfD-Erstwähler die Kinder der sogenannten »Generation Hoyerswerda«, also der Neonazi-Täter der 90er Jahre. Diese Generation hat die Erfahrung gemacht, dass konkrete Gewalt bis hin zu echten Pogromen gegenüber Migranten politisch belohnt wird, dass man damit echte politische Erfolge erzielen kann, wie zum Beispiel die faktische Abschaffung des Grundrechts auf Asyl im Jahr 1993.

Sollte man versuchen, junge AfD-Wähler zurückzugewinnen - oder sollte man es lassen?

Philipp: Ich habe immer gesagt, dass man AfD-Wählerschaft unterscheiden muss zwischen Leuten, die ideologisch überzeugt sind - diese wirst du kaum erreichen - und Leuten, die nicht ideologisch gefestigt sind, sondern die AfD aus anderen Gründen wählen. Beispielsweise, weil sie in Landstrichen wohnen, wo Parteien kaum noch vor Ort sind und die Infrastruktur heruntergewirtschaftet wurde. Ganz wichtig ist, die ostdeutsche Zivilgesellschaft zu stärken.

Katharina: Eines der Probleme beim Kampf gegen die Rechten ist der Social-Media Wahlkampf, den sie betreiben. Den machen sie nämlich hochprofessionell. Die sind ja leider nicht blöd. Die anderen Parteien tun sich unglaublich schwer mit Social Media, erst jetzt fängt man wegen Corona langsam damit an. Und: Die AfD gibt sehr sehr einfache Antworten, die problemlos auf ein Sharepic passen, während bei uns noch ein Erklärtext dranhängt.

Robert: Ich glaube, das große Problem ist nicht vorrangig die Sprachebene, sondern die Qualität von Politik. Die Menschen haben in den letzten Jahrzehnten großes Versagen erlebt. Sie haben die Erfahrung gemacht: Auch bei vermeintlich progressiven Bündnissen wie Rot-Grün gibt es Sozialkahlschlag und den Rückzug der Politik aus den ländlichen Räumen.

Was ist euer Zukunftswunsch für junge Leute in Ostdeutschland für die Zeit nach der Pandemie?

Nina: Ich selber hatte immer das Gefühl, dass ich mich für das schlechte Image des Ostens rechtfertigen muss. Deshalb finde ich es schön, dass es in meiner Generation ein neues Selbstbewusstsein gibt: Ich bin das ostdeutsche Girl, aber ich bin kein Fascho!

Katharina: Ich wünsche mir, dass junge Menschen hier wirklich das Gefühl haben, dass ihnen eine Zukunftsperspektive geboten wird. Und, dass Leute aufhören, Sachsen wegen der AfD als »lost« zu bezeichnen. Das hilft uns nicht. Diese Leute sollten, wenn Corona es zulässt, ihren Hintern herbewegen und uns gefälligst dabei helfen, jeden einzelnen Menschen davon zu überzeugen, demokratisch zu wählen.

Robert: Ich wünsche mir, dass dieser fast schon obsessive Voyeurismus vor Landtagswahlen im Osten aufhört. Der Fokus muss sich verschieben auf die vielen engagierten, linken, antifaschistischen Aktivisten im Osten, die den politischen Verschiebungen täglich die Stirn bieten. All diese Leute brauchen Aufmerksamkeit. Und, das ist mein allergrößter Wunsch, wir müssen den Kampf gegen den neuen Faschismus gewinnen. Dazu braucht es noch viel Kraft.

Lesen Sie auch: Haushalt aus der Datsche. Wahl in Sachsen-Anhalt: Das PDS-tolerierte »Magdeburger Modell« von 1994 bis 2002 prägt die Linke
bis heute

Philipp: Es muss sich ganz viel tun in den Themenfeldern Mobilität, Abwanderung aufgrund von Löhnen, Infrastruktur, Nazis, aber auch Führungspositionen. Es ist jetzt an unserer Generation, zu sagen: Wir wollen mitreden, wir wollen auch mitentscheiden und mitgestalten. Politik muss von unten gemacht werden. Wir können ein cooles Ost-Narrativ entwickeln und auch für einen fröhlichen Eigensinn Ost streiten, anstatt nur Nachbau West zu betreiben.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung