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Krankenhaushygieniker fordern Entsorgung minderwertiger Corona-Schutzmasken

Der Newsblog zur Coronakrise - Dienstag, 08. Juni 2021: +++ Corona-Einsatz der Bundeswehr in NRW dauert an +++ RKI registriert 1204 Corona-Neuinfektionen +++

  • Lesedauer: 3 Min.

Osnabrück. Führende Krankenhaushygieniker haben die sofortige Vernichtung der von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bestellten umstrittenen Import-Masken gefordert. »Die schnell geprüften FFP2-Masken sollten schnellstmöglich entsorgt werden. Sie gehören auch nicht in die Notfallreserve des Bundes«, sagte Peter Walger, Vorstandssprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), der »Neuen Osnabrücker Zeitung« (NOZ).

»Zu den Importmasken liegt uns eine Fülle von Hinweisen auf Fake Ware vor, die die Qualitätsanforderungen im medizinischen Bereich nicht ansatzweise erfüllt, aber trotzdem zum Einsatz kommt.« Grundsätzlich gelte, dass FFP2-Masken nur für den professionellen Einsatz im Pflege- und medizinischen Bereich geeignet seien, und dann nur unter Bedingungen, sagte Walger.

Pflegekräfte oder Ärzte müssten, um sich selbst zu schützen, eine passgenaue Maske auswählen können. Die Dichtigkeit beim Tragen müsse individuell geprüft werden. Und es müsse gegebenenfalls auch geprüft werden, wie lange die Masken getragen werden könnten. »Das ist in der Praxis quasi nirgendwo gewährleistet.«

»FFP2-Masken gehören nicht in die Hände von Laien, egal ob von Obdachlosen, Hartz-IV-Empfängern oder Vorstandsvorsitzenden«, betonte Walger. Die Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken für alle in der Öffentlichkeit sei daher »eine Fehlentscheidung« gewesen. Die DGKH appelliere an Bund und Länder, »zur Pflicht zum Tragen einer einfachen medizinischen Maske (OP-Maske) zurückzukehren«, sagte der Vorstandssprecher. »Selbst viele Alltagsmasken schützen Laien besser vor Corona als schlecht sitzende FFP-Masken.«

+++ Corona-Einsatz der Bundeswehr in NRW dauert an +++

Düsseldorf. Die Bundeswehr wird in Nordrhein-Westfalen auch nach den deutlich gesunkenen Corona-Infektionszahlen der vergangenen Wochen vielerorts weiter als wichtiger Helfer in Anspruch genommen. »Wenn auch mit zunehmendem Beherrschen der Pandemie der Personaleinsatz der Bundeswehr zwangsläufig abnehmen wird, ist klar, dass wir unseren Hilfeleistungseinsatz so lange fortsetzen werden, wie man uns braucht und wir die hierzu erforderlichen Mittel haben«, sagte der Bundeswehr-Sprecher in NRW, Oberstleutnant Stefan Heydt, der Deutschen Presse-Agentur.

Einerseits könnten Kreise wie der Oberbergische Kreis durch die sinkenden Zahlen die wichtige Kontaktpersonen-Nachverfolgung nun mit ihren eigenen Kräften bewerkstelligen. Andererseits helfe die Bundeswehr in den Impfzentren derzeit landesweit mit 230 Personen. »Im Impfzentrum Köln unterstützen wir darüber hinaus aktiv mit Sanitätspersonal, das Impfungen durchführt«, erläuterte Sprecher. Aktuell liefen im bevölkerungsreichsten Bundesland noch 63 Hilfeleistungen. Dabei seien derzeit insgesamt rund 950 Unterstützungskräfte in NRW im Einsatz.

Die Einsätze der Bundeswehr in der Corona-Krise seien im März des vergangenen Jahres gestartet worden. »In dieser Zeit haben wir in 910 Hilfeleistungen die hiesigen Kommunen unterstützt«, erklärte der Sprecher. Zu Hochzeiten Ende Februar seien 1900 Soldatinnen und Soldaten in 125 Hilfeleistungen im Einsatz gewesen. »Im Zuge der Eindämmung der Pandemie als gesamtgesellschaftliche Aufgabe war und wird die Bundeswehr weiterhin ein verlässlicher Partner sein.« Nach früheren Angaben half die Bundeswehr im vergangenen Herbst zeitweise auch mit mobilen Abstrichteams.

+++ RKI registriert 1204 Corona-Neuinfektionen +++

Berlin. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1204 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.02 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1785 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Dienstagmorgen mit bundesweit 22,9 an (Vortag: 24,3; Vorwoche: 35,2).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 140 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 153 Tote gewesen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Montag bei 0,76 (Vortag: 0,81). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 76 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. Agenturen/nd

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