Trübe Aussichten am Hindukusch

Alexander Isele über die wachsende Zahl ziviler Opfer in Afghanistan

  • Alexander Isele
  • Lesedauer: 1 Min.

Der Abzug der Nato-Truppen aus Afghanistan geht einher mit der Zunahme der Gewalt - so vorhersehbar dies auch war, ist die wachsende Zahl ziviler Opfer im kriegsgeschundenen Land dennoch schockierend. Um fast 50 Prozent ist die Zahl getöteter Zivilisten im Vergleich zum vergangenen Jahr gestiegen.

Die Vereinten Nationen warnen vor einem weiteren, massiven Anstieg der Todeszahlen, sollten die Taliban im Kampf um die Macht nach den ländlichen Gebieten nun auch diejenigen Städte angreifen, die (noch) von Regierungstruppen und den verbliebenen der Alliierten gehalten werden. Auch die Reaktion der USA, die nun wieder mehr auf Luftschläge setzen, um die Taliban aufzuhalten, wird vor allem die Zivilbevölkerung treffen.

Während der Zeitpunkt herannaht, an dem die USA ihren Truppenabzug abgeschlossen haben werden, wächst die Spannung, was darauf folgt. Die Liste der Staaten, die im Afghanistan ohne US- und Nato-Truppenpräsenz Einfluss nehmen wollen, ist lang. China, Russland, Iran, Indien oder die Türkei haben unterschiedliche Initiativen ergriffen.

Dass die USA und ihre Getreuen im Land weiter mitmischen werden, muss vorausgesetzt werden. Leidtragende im Kampf um Einfluss wird auch weiterhin die Zivilbevölkerung sein. Dabei bräuchte sie nichts dringender als Stabilität und Frieden.

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