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Schaut auf diese Klinikmitarbeiter

Claudia Krieg über die Streikwilligkeit in den Berliner Krankenhäusern

  • Von Claudia Krieg
  • Lesedauer: 2 Min.

»Haben Sie schon einmal mit jemandem, der nicht eingearbeitet ist, einen Menschen reanimiert?«, fragt eine Mitarbeiterin der Kardiologie an der Charité bei der Pressekonferenz der Berliner Krankenhausbewegung am Dienstag. Nein, habe ich nicht. Und ich war auch noch nie nachts auf einer Station für 20 Menschen zuständig, die an nichtheilbaren Krankheiten wie Parkinson leiden, palliativ versorgt werden, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erlitten haben, nach welchem sie rund um die Uhr überwacht werden müssen - neben den anderen der 20 Patient*innen, deren Pflege viel Zeit in Anspruch nimmt, nicht nur, weil sie halb- oder ganzseitig gelähmt sind. »Sehr gefährlich, sehr überfordernd« sei diese Situation, sagt die Klinikangestellte. Und es hier so ausführlich zu beschreiben, hilft vielleicht, den Druck zu verstehen, unter dem sie und ihre Kolleg*innen in ihrer Arbeitszeit regelmäßig leiden.

Niemand ist dafür ausgebildet, solche Leistungen zu vollbringen, und es ist mehr als nachvollziehbar und hoch zu achten, dass die Klinikbeschäftigten nicht die Berufsflucht antreten, sondern für sich, zukünftige Fachkräfte und vor allem ihre Patient*innen bessere Arbeitsbedingungen erstreiten wollen. »Wir wollen nicht streiken, aber es ist unsere einzige Möglichkeit«, war am Dienstag immer wieder zu hören. Viele ringen um Fassung angesichts der Verweigerung der großen Kliniken, die angeblichen Lehren aus der Coronakrise aufzunehmen und zu berücksichtigen. Hoffentlich wird ihre Streikwilligkeit nicht enttäuscht.

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