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Verkehrswende ist auch Fußarbeit

Kaufprämien für Lastenräder können Anreize schaffen, das Auto häufiger stehen zu lassen

  • Von Stefan Otto
  • Lesedauer: 1 Min.

Wenn die Grünen vorschlagen, in der nächsten Legislaturperiode den Kauf von Lastenrädern mit einer Prämie zu unterstützen, dann ist das ein Versuch, den Verkehr in eine andere Richtung zu lenken. Ob das ein effektiver Schritt hin zur Mobilitätswende ist, die angesichts des Klimawandels wichtig ist, wird sich zeigen. Wenn nämlich ein subventioniertes Rad gekauft wird und vor allem im Keller steht, ist damit lediglich der Konsum angekurbelt worden, dem Klima kommt es nicht zugute. Zumal die Herstellung von Batterien für E-Bikes nicht sonderlich umweltfreundlich ist.

Ein solches Programm wird aber erfolgreich sein, wenn die Lastenräder benutzt werden, wenn Handwerker oder Kuriere ihr Auto stehen lassen, wenn mit ihnen in privaten Haushalten der Einkauf erledigt wird. Erst dann, wenn sie beginnen, Autos von der Straße zu verdrängen, geht der Plan der Grünen auf.

Eine Verkehrswende kann nicht angeordnet werden, sondern sie muss von den Verbrauchern auch gewollt sein. Es braucht die Einsicht, dass 48 Millionen Pkw auf deutschen Straßen zu viel sind – und eine Verkehrswende nur mit einer Reduzierung der Autos einhergehen kann. Dafür braucht es aber passable Alternativen – das Fahrrad für kürzere Strecken wäre eine, ein funktionierender öffentlicher Nahverkehr eine andere.

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