Werbung

Wehrsport bei der Reserve

Sebastian Weiermann über Nazis in Uniform

  • Von Sebastian Weiermann
  • Lesedauer: 2 Min.
Soldaten der Bundeswehr
Soldaten der Bundeswehr

Franco A., »Hannibal«, Werner S., Tim F. – immer wieder gibt es Schlagzeilen über aktive oder ehemalige Soldaten, die sich zu bewaffneten rechten Gruppen zusammenschließen oder verdächtigt werden, Anschläge zu planen. Jetzt ist eine neue Gruppe aufgetaucht. Sie soll ihr Zentrum in Niedersachsen haben und zum Großteil aus Reservisten bestehen. Es handelt sich also um potenzielle Rechtsterroristen mit engen Bezügen zur Bundeswehr. Sie haben legale Möglichkeiten zum Schießtraining und wohl auch kurze Wege, um Waffen in ihren Besitz zu bringen. Der Bundeswehrführung und dem Verteidigungsministerium fällt bisher wenig ein, um gegen die Nazis in der Truppe vorzugehen. Hier mal eine Untersuchung, da mal die Ankündigung, mehr Aufwand für politische Bildung zu betreiben oder bei der Einstellung genauer hinzuschauen. Aber wirkliche Veränderungen sind bisher nicht zu sehen.

Wenig überraschend ist, dass die Rechten nicht selten bei den Reservistenkameradschaften zu finden sind. Die Kontrollen, die bei der aktiven Truppe immerhin minimal durchgeführt werden, fallen hier nahezu vollständig weg. Bundeswehr-Reservisten marschierten in der Vergangenheit bei Naziaufmärschen und Coronaleugner-Demos mit. Die Reservistenkameradschaften haben, auch weil hier oft Traditionspflege im schlimmsten Sinn betrieben wird, das Potenzial, zur Brutstätte für faschistischen Terror zu werden.
Wenn von oben, aus dem Verteidigungsministerium, nicht reagiert wird, hilft vielleicht der Appell an die Soldat*innen selbst. Viele haben sich in den vergangenen Wochen, als es um die Hilfe für afghanische Ortskräfte ging, weit aus dem Fenster gelehnt und sich für Mitmenschlichkeit sowie eine sichere Zukunft für die Afghan*innen eingesetzt. Es wäre Zeit, dass sie sich offen gegen Nazis in der Truppe aussprechen und den Mund aufmachen, wenn Kamerad*innen auffällig werden.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung
0
Beiträge gelesen

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und kaufe eine virtuelle Ausgabe des »nd«

0
Beiträge auf nd-aktuell gelesen

Hilf mit, die Seiten zu füllen!

Zahlungsmethode