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»Wir bewahren das Erbe des Widerstands in der Reggio Emilia«

  • Lesedauer: 2 Min.

Warum wurde das Istoreco gegründet?

Das Istoreco (Institut für die Geschichte des antifaschistischen Widerstands und für Zeitgeschichte in der Provinz Reggio Emilia) wurde 1965 von ehemaligen Partisan*innen und Antifaschist*innen als Dokumentationsarchiv der lokalen Widerstandsbewegung gegründet. Anfänglich bildeten rund 100 000 Originaldokumente und Fotos aus der Zeit der Resistenza den Archivbestand.

Was macht das Istoreco heute?

Das Istoreco ist als Verein ein unabhängiges, nicht akademisches Kulturinstitut. Die 20 Mitarbeiter*innen befassen sich heute nicht mehr ausschließlich mit dem antifaschistischen Widerstand in Reggio Emilia, sondern generell mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Sie betreiben ein Archiv, das unter anderem Videointerviews mit rund 130 Überlebenden von Massakern, mit Partisan*innen, Deportierten und Exilant*innen enthält. Über 20 Interviews mit Widerstandskämpfer*innen aus sechs europäischen Ländern sind auf dem Portal www.resistance-archive.org abrufbar. Zum Istoreco gehört eine Bibliothek, wir organisieren und begleiten Gedenkstättenfahrten, Wanderungen auf den Spuren der Partisan*innen, bieten Schulprojekte und Lehrerweiterbildung an, forschen und publizieren, organisieren Gedenkveranstaltungen und internationale Jugendarbeit.

Welche politische Bildungsarbeit macht ihr noch?

Istoreco bietet Bildungs- und Studienreisen für deutschsprachige Gruppen zu Themen wie Resistenza, Genossenschaftsbewegung, Reggio-Pädagogik, Geschichte linker Bewegungen in Norditalien in den 60er bis 80er Jahren. Seit 1999 organisieren wir jährliche Gedenkstättenreisen für Italienisch sprechende Schüler*innen und Erwachsenengruppen in ganz Europa. 2019 haben die Mitarbeiter*innen des Istoreco über 4000 Menschen bei diesen Reisen begleitet.

Zudem organisieren wir Stadtführungen, Buchvorstellungen, Gedenkveranstaltungen, Stolpersteinverlegungen und Ausstellungen wie zum Beispiel die deutschsprachige »Banditi e ribelli« über den bewaffneten Widerstand in Italien (www.banditi.org).

Seit 2021 ist Istoreco für die lokale, nicht mehr als religiöser Ort genutzte Synagoge verantwortlich.

Unterstützt der italienische Staat eure Arbeit?

Der italienische Zentralstaat unterstützt das Institut Istoreco mit einem freigestellten Lehrer, der Workshops in Schulen und Weiterbildung für Lehrer*innen anbietet. Es gibt projektbezogene Zuschüsse seitens der Regionalregierung von Emilia-Romagna sowie von Städten und Gemeinden der Provinz Reggio Emilia.

Mithilfe der Mitgliedsbeiträge können die vitalen Funktionen (Ausstattung, Direktion, Sekretariat, Archiv) finanziert werden. Die Stadt Reggio Emilia stellt uns Räumlichkeiten zur Verfügung und finanziert die drei Mitarbeiter des Archivs des 20. Jahrhunderts.

Mit Steffen und Matthias vom Istoreco sprach Anne Schindler.

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