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Gospodin Obeliks

Einfach ununterscheibar: Gérard Depardieu und sein Alter ego Obelix

  • Von Erik Zielke
  • Lesedauer: 2 Min.

Es gibt Schauspieler, die bis zur Ununterscheidbarkeit mit ihrer Rolle verschmelzen. Gérard Depardieu beispielsweise spielt nicht, mimt nicht, verkörpert nicht Obelix. Er ist Obelix. Den Abenteuern als Graf von Monte Christo und Fahrten mit der letzten Metro zum Trotz. Denke ich an Depardieu, sehe ich ihn behelmt und blau-weiß behost vor mir. Kann es sein, dass der Schauspieler im Laufe von fünf Filmproduktionen nicht nur die Gestalt, sondern auch das Wesen seiner Figur angenommen hat? Das würde immerhin einiges erklären.

Dass die Einswerdung des dicken Galliers und des dicken Franzosen aber eine wechselseitige Annäherung ist, zeigt sich, nach Jahren des Wartens, an »Asterix und der Greif«, dem neuen Comic des Widerstandsduos Asterix und Obelix. Denn dieser Comic führt die beiden ausgerechnet nach Russland, nach Sarmatien genauer gesagt.

Kann das Zufall sein? Bereits vor Jahren hat Gérard Depardieu - die zeitweilige Anhebung der Reichensteuer in Frankreich hatte wohl nicht unwesentlichen Einfluss - seinen Wohnsitz offiziell ins russische Saransk verlegt. Auch eine russische Staatsbürgerschaft, wenn schon, denn schon, hat er sich zugelegt. Mit Putin, diesen Eindruck erwecken die zahlreichen gemeinsamen Aufnahmen, verbindet ihn eine echte Männerfreundschaft. Aber ist Wladimir Wladimirowitsch nicht etwas groß geraten, um als Asterix durchgehen zu können? Nun folgen die beiden Comic-Helden also Depardieu Richtung Osten. Ganz bestimmt aber mit etwas mehr Distanz zur Macht.

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