Kolumbien rückt nach links

Martin Ling über die Kongresswahlen und die künftige Präsidentschaft

  • Von Martin Ling
  • Lesedauer: 2 Min.
Gustavo Petro (M) hält umgeben von Parteifreund*innen eine Rede nach den gewonnenen Parlamentswahlen am Abend des 13. März.
Gustavo Petro (M) hält umgeben von Parteifreund*innen eine Rede nach den gewonnenen Parlamentswahlen am Abend des 13. März.

Die historische Zäsur in Kolumbien rückt näher: Der Sieg der heterogenen Linken bei den Parlamentswahlen macht einen Wahlsieg des linken Gustavo Petro bei den Präsidentschaftswahlen im Mai oder Juni deutlich wahrscheinlicher. Die Parlamentswahlen belegen, dass im strukturkonservativen Kolumbien etwas ins Rutschen gekommen ist - der Niedergang des regierenden rechten »Demokratisches Zentrums« belegt dies deutlich.

Seit Monaten liegt der Ex-Guerillero Petro in allen Umfragen um über 20 Prozentpunkte vor allen Mitbewerbern - allerdings unter der 50-Prozent-Marke, die er im ersten Wahlgang übertreffen müsste. Im Bereich des Möglichen ist selbst das, wenn die kolumbianische Linke Petros Aufruf nach den Parlamentswahlen folgt, eine gemeinsame »Demokratische Front« zu bilden - jetzt im Kongress und dann bei den Präsidentschaftswahlen.

Fällt die rechte Bastion Kolumbien nach Jahrzehnten, wäre dies ein weiteres Fanal an den Urnen - kurz, nachdem in Chile mit Gabriel Boric ein linker Reformer die Regierungsgeschäfte übernommen hat. Die Regierung, nicht die Macht. Die liegt in Chile und in Kolumbien in den Händen des Großkapitals und der traditionellen Oligarchie. Ihre Macht muss in beiden Ländern gebrochen werden. Ein Wahlsieg ist dafür eine Voraussetzung.

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