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Wie man Geschichte verdreht

Wolfgang Hübner zum Streit über die Erdgasleitung Nord Stream 2 und den Ukraine-Krieg

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: 1 Min.
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sieht sich mit Rücktrittsforderungen konfrontiert.
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sieht sich mit Rücktrittsforderungen konfrontiert.

Der Krieg in der Ukraine verhärtet die Fronten auch hierzulande. Alles, was mit den deutsch-russischen Beziehungen zu tun hat, wird beargwöhnt. Wenn jetzt die Erdgasleitung Nord Stream 2 Gegenstand immer schärferer Polemik wird, dann geht es dabei um zwei Ebenen.

Zum einen ist es in Ordnung und auch geboten, zu untersuchen, ob bei dem Projekt mit dem russischen Gazprom-Konzern politisch und rechtlich etwas zu beanstanden ist. Zum anderen aber werden Nord Stream 2 und in diesem Zusammenhang die Schweriner Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zur Projektionsfläche für alle Aversionen, die es gegen Russland schon immer gab. Der Ukraine-Krieg ist da der Anlass für viel weiter reichende Kämpfe um ökonomische Marktanteile und politischen Einfluss. Das führt bis zur Behauptung des ukrainischen Botschafters Melnyk, die jahrelange Putin-freundliche Politik der SPD habe »den barbarischen Vernichtungskrieg ... erst herbeigeführt«. Eine unglaubliche Geschichtsklitterung, an die sich hierzulande CDU-Leute mit Rücktrittforderungen gegen Schwesig anhängen, um einen schnellen politischen Profit zu machen. Dabei sollte allen klar sein, dass langfristig ein Frieden in Europa nur mit der Ukraine und mit Russland zu haben sein wird.

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