Tag des sterbenden Baumes

Eigentlich müssten Politiker wie Markus Söder die Bäume, die sie am Montag zum Tag des Baumes neu pflanzen, gleich wieder abholzen

  • Nicolas Šustr
  • Lesedauer: 2 Min.

Es wird wieder Bilder geben diesen Montag, wie Politiker sie lieben. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wird bei München »Buchen und andere klimastabile Bäume« pflanzen, viele Landeschefs der Republik werden zum 70. Tag des Baumes ähnliches machen. Und Krokodilstränen darüber vergießen, dass wegen der Klimakrise viele Bäume eingehen.

Im Berliner Innenstadtbezirk Friedrichshain-Kreuzberg geht man davon aus, dass jeder 20. Baum im Bestand nicht mehr zu retten ist. Es ist ihnen zu trocken, zu heiß. In den heftiger und zahlreicher werdenden Stürmen knicken sie um. Vor einigen Jahren sorgte Dauerregen für so aufgeweichte Böden, dass Bäume ebenfalls den Halt verloren und einfach umfielen.

Und wir stehen erst am Anfang der Klimakrise. Kein Wunder, dass Wissenschaftler und Klimaaktivisten immer schriller vor den sich ankündigenden apokalyptischen Zuständen warnen. Trotzdem sabotiert Söder jahrelang den Windkraftausbau, sind CDU, SPD und FDP praktisch ungebrochen für neue Autobahnen, mehr Flugverkehr und was noch so schädlich ist. Konsequent für ihr Handeln wäre es, wenn die pflanzenden Politiker im Anschluss mit der Kettensäge die Bäume wieder abholzen würden. Denn mit ihrer konkreten Politik gehen sie genau so mit der Zukunft um.

App »nd.Digital«

In der neuen App »nd.Digital« lesen Sie alle Ausgaben des »nd« ganz bequem online und offline. Die App ist frei von Werbung und ohne Tracking. Sie ist verfügbar für iOS (zum Download im Apple-Store), Android (zum Download im Google Play Store) und als Web-Version im Browser (zur Web-Version). Weitere Hinweise und FAQs auf dasnd.de/digital.

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal