Rammbock gegen Putins Russland

Peter Steiniger zum Ukraine-Gipfel der Kriegsminister in Ramstein

  • Peter Steiniger
  • Lesedauer: 2 Min.

Der Ort hat Symbolwert und jeder zivile Anstrich der Veranstaltung wird vermieden: Die US-Regierung lässt 40 Verbündete auf ihrer Airbase in Ramstein antreten. Die deutsche Verteidigungsministerin zeigte sich von der Einladung »erfreut«. Ramstein, auch Sitz einer Nato-Luftkriegszentrale, ist rechtlich, aber sonst nur theoretisch deutsches Hoheitsgebiet. Für den moralisch über Russlands Verbrechen entrüsteten Weltpolizisten ist es ein Drehkreuz für die eigenen Kriege und Relaisstation beim Einsatz von Killerdrohnen in Ländern seiner Wahl. Den europäischen Partnern zeigt das Treffen, wer das Kommando in der Anti-Putin-Koalition der Unvernunft führt. Denn die Suche nach Wegen zur schnellen Beendigung des Blutvergießens steht hier nicht zur Debatte.

Im Gegenteil: In der neuen Phase der von Washington per Remote gemanagten Verteidigung der Ukraine soll nach dem Aufhalten der Invasion der Spieß umgedreht, die Atommacht Russland an die Wand gedrückt werden. »Himmel und Hölle« wollen die USA nach den Worten ihres Verteidigungsministers Lloyd Austin in Bewegung setzen, damit Kiew auf dem Schlachtfeld siegt. Die lange Vorbereitung auf diesen Kampf der Ukraine, für die die USA so zuständig sind wie China für Mexiko, soll sich voll auszahlen. Bei den Rüstungskonzernen klingeln die Kassen bereits. Der Sieg soll immer mehr Menschenopfer rechtfertigen. Neben regulärem Militär werden rechtsextreme Freiwilligenbataillone gestärkt, auch die Russen benutzen Söldnerbanden.

Die Großmächte waren noch nie wählerisch, wenn es um ihre Subunternehmen ging. Ihre Kämpfer von heute sind Europas Taliban von morgen. Falls es ein Morgen gibt. Wenn demnächst deutsche Panzer wieder auf Russen schießen, löst das gefährliche Reflexe aus. Wie geschichtsvergessen kann man eigentlich sein?

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal