Antirassistische Bildung für alle

Ulrike Wagener über die Veröffentlichung des Rassismusmonitors

Menschen berichten immer wieder von Rassismus in Behörden wie hier dem Landesamt für Einwanderung in Berlin.
Menschen berichten immer wieder von Rassismus in Behörden wie hier dem Landesamt für Einwanderung in Berlin.

Rassismuskritische Bildung kann nicht von zivilgesellschaftlichen Projekten allein geleistet werden. Doch hört man Familienministerin Lisa Paus (Grüne) zu, scheint es genau darauf hinauszulaufen. Es ist ein großer Fortschritt, dass die Bundesregierung anerkennt, dass Rassismus in Deutschland überall zu finden ist, auch in der sogenannten Mitte der Gesellschaft. Doch Demokratieförderprojekte – auch wenn sie verstetigt werden sollen – können nicht die einzige Antwort sein. Denn damit wird nur ein Teil der Menschen in Deutschland überhaupt erreicht.

Der Rassismusmonitor macht deutlich, dass Rassismus in allen Teilen der Gesellschaft vorhanden ist, unabhängig von Herkunft und Bildungsgrad. Das heißt, er muss auch überall bekämpft werden. Und dafür braucht es obligatorische rassismuskritische Bildung für die ganze Gesellschaft. Anfangen kann man damit in Kindergärten und Schulen sowie in pädagogischen Ausbildungen und Studiengängen. Doch der Studie zufolge suchen besonders Menschen mittleren Alters Rassismus eher bei anderen als bei sich selbst. Will man gegen institutionellen Rassismus vorgehen, muss man auch jene bilden, die längst im Berufsleben angekommen sind – insbesondere Mitarbeiter*innen in Behörden, Hausverwaltungen und der Polizei.

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