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Hierarchien von anno dunnemals

Ulrike Henning über Althergebrachtes im Gesundheitssektor

Ein Krankenpfleger versorgt einen schwer an Corona erkrankten Patienten.
Ein Krankenpfleger versorgt einen schwer an Corona erkrankten Patienten.

Der Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss für das Gesund­heits­we­sen (G‑BA) hat zu klä­ren, wel­che Leis­tun­gen die gesetz­li­chen Kas­sen für ihre Ver­si­cher­ten über­neh­men. Stimm­be­rech­tigt sind dabei bis­lang nur die mäch­tigs­ten Ver­tre­ter­grup­pen, näm­lich die Kran­ken­haus­ge­sell­schaft, die Bun­des­ver­ei­ni­gun­gen von Ärz­ten und Zahn­ärz­ten sowie die Kran­ken­kas­sen. Pati­en­ten­ver­tre­ter haben ein Antrags­recht und dür­fen sonst nur zuhören.

Jetzt gibt es die Absicht der Bun­des­re­gie­rung, hier dem Pfle­ge­be­reich ein Mit­spra­che­recht zu ver­schaf­fen. Dem G‑BA-Vor­sit­zen­den Josef Hecken ist das zuviel. Der Aus­schuss wür­de »ver­wäs­sert«, er wür­de zu einer »Schü­ler­mit­ver­wal­tung«. Der Jurist Hecken, sei­nes Zei­chens unpar­tei­ischer Vor­sit­zen­der des G‑BA, hat sich schon frü­her mal im Ton ver­grif­fen. Was er aber jetzt auf einem Kon­gress äußer­te, belei­digt nicht nur Schü­ler, son­dern auch die größ­te Berufs­grup­pe im Gesund­heits­we­sen. Es kann nur als letz­ter Reflex auf ein Bild von der Pfle­ge ver­stan­den wer­den, die demü­tig den »Göt­tern in weiß« folgt. Heu­te sind die meis­ten Ärz­te da schon weiter.

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