Team Vorsicht im Irrtum

Rufe nach höchster Alarmstufe beim Gas sorgen nur für Verunsicherung

Netzagenturchef Klaus Müller (rechts) ist zur Zeit vielgefragt in Sachen Gasversorgung.
Netzagenturchef Klaus Müller (rechts) ist zur Zeit vielgefragt in Sachen Gasversorgung.

Klaus Müller ist der Lothar Wieler der deutschen Energiekrise. Als Chef der Bundesnetzagentur hat er den Überblick über die Gasversorgung – die ist (Stand Dienstag) »angespannt«, aber »stabil« – und gibt auf dieser Basis Empfehlungen für den Umgang damit. Augenmaß ist seine Sache – im Gegensatz zu Politikern wie Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, der sofortige Alarmstufe Rot und harte Maßnahmen fordert, als Vorbereitung auf möglicherweise im Herbst drohende Engpässe.

Doch Team Vorsicht ist im Irrtum, auch wenn derzeit, sei es aus technischen oder außenpolitischen Gründen, recht wenig Gas aus Russland ankommt. Andere Lieferanten wie die Niederlande helfen aus, so dass sich die deutschen Gasspeicher weiter täglich etwas mehr füllen. Auch das milde Wetter hilft. Die hitzige Debatte der vergangenen Tage, bei wem als erstes die Gasmenge reduziert werden soll, was gesetzlich ohnehin geregelt ist, und der Alarmismus einiger Politiker sind kontraproduktiv. Dies verunsichert die Bevölkerung nur, statt ihr einen besseren Umgang mit den ohnehin begrenzten Energieressourcen zu vermitteln.

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