Rot-Grün-Rot in Bremen: Veränderte Vorzeichen

Das Mitte-links Bündnis will in Bremen weiterregieren. Es hat nach der Wahl ein anderes Kräfteverhältnis

  • Stefan Otto
  • Lesedauer: 2 Min.
Das Linke-Spitzenduo Claudia Bernhard (l), Gesundheitssenatorin in Bremen, und Kristina Vogt, Wirtschaftssenatorin in Bremen, gehen nach der Wahl selbstbewusst in die Koalitionsverhandlungen.
Das Linke-Spitzenduo Claudia Bernhard (l), Gesundheitssenatorin in Bremen, und Kristina Vogt, Wirtschaftssenatorin in Bremen, gehen nach der Wahl selbstbewusst in die Koalitionsverhandlungen.

Eine gewisse Gleichgültigkeit herrscht in Bremen. Das zeigt die Reaktion auf die Entscheidung der SPD, dass sie mit den Grünen und der Linken erneut eine Koalition aushandeln will. Der Jubel bleibt aus. Sonderlich beliebt war das Bündnis nicht. Populär ist abgesehen vom Bürgermeister Andreas Bovenschulte so gut wie niemand in der Landespolitik. Immerhin hat die Koalition weitgehend störungsfrei funktioniert.

Die Vorzeichen haben sich mit der Wahl am 14. Mai aber geändert. Stand die SPD nach einer herben Klatsche vor vier Jahren noch unter Zugzwang, entweder als Juniorpartner in eine Große Koalition zu gehen oder das Mitte-links-Experiment zu wagen, sitzt sie jetzt wieder fest im Sattel. Die Grünen haben dagegen an Zuspruch verloren.

Sorge bereitet allen das starke Abschneiden der Rechtsaußen-Partei Bürger in Wut. Bovenschulte versprach daraufhin, das Bedürfnis der Menschen nach sozialer Sicherheit ernster zu nehmen. Genau darin liegt die Stärke der Linken, die sich jetzt mit ihren Vorschlägen für einen sozialverträglichen wie ökologischen Umbau der Industrie womöglich noch besser einbringen kann.

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