Warum es sich lohnt, für »nd« zu kämpfen

Das »nd« ist Krise und Kämpfen gewöhnt – mit Hilfe der Leser haben wir eine Chance

nd.Genossenschaft: Warum es sich lohnt, für »nd« zu kämpfen

Das »nd« steckt in einer Krise – in einer existenziell gefährdenden Krise. Damit haben wir unsere Erfahrungen; jedenfalls diejenigen, die länger dabei sind. Seit der Zeitenwende 1989/90 führen wir einen ständigen Selbstbehauptungskampf, und nicht wenige haben uns immer wieder den baldigen Untergang vorausgesagt.

Wir mussten uns oft genug neu erfinden, haben immer wieder über Inhalte, Selbstverständnis, Zielgruppen und technische Entwicklungen diskutiert; wir haben versucht, aus finanziellem Druck und Sparplänen das Beste zu machen. Insofern ist es eine erhebliche Leistung von Generationen von Mitarbeitern und Lesern, dass diese Zeitung bis heute erscheint.

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Ich erinnere daran nicht, um die gegenwärtige finanzielle Krise des »nd« schönzureden, nach dem Motto: Alles halb so schlimm, wann war es schon einfach? Ich erinnere daran, weil es zeigt, dass es sich lohnt zu kämpfen. Ich kann jede Kollegin, jeden Kollegen verstehen, die sich Sorgen machen um ihre berufliche Zukunft. Umso mehr freue ich mich über jede und jeden, die weitermachen, die sich für den Fortbestand des »nd« einsetzen. Und die das tun, obwohl wir uns wieder einmal aufrappeln, selbst ermutigen und verändern müssen, um aus dem Schlamassel herauszukommen.

Das ist anstrengend und kann mit schmerzhaften Entscheidungen verbunden sein. Die Basis, auf der wir arbeiten, wird dünner, solange es uns nicht gelingt, in ausreichender Zahl neue zahlende Leser zu gewinnen. Hinzu kommt, dass wir wie alle in die großen Krisen und politischen Auseinandersetzungen hineingeworfen sind, in kontroverse Debatten auch mit Lesern. Und die Bedingungen für journalistische Arbeit verändern sich in rasantem Tempo.

Wir als nd-Belegschaft haben eine Verantwortung. Einerseits vor der langen Geschichte dieser Zeitung – auch wenn viele von uns noch gar nicht so lange dabei sind. Der erste Teil dieser Geschichte, bis 1989, war widersprüchlich: einerseits der antifaschistische Gründungsanspruch, andererseits Zentralorgan in einem stalinistisch grundierten politischen System. Vor allem aber haben wir eine Verantwortung für die Zukunft dieser Zeitung, die sich in den letzten fast 34 Jahren ein eigenständiges sozialistisches, linkspluralistisches Selbstverständnis erarbeitet hat.

Das verpflichtet uns, jetzt dafür zu kämpfen, dass eine Stimme für Frieden und soziale Gerechtigkeit nicht verloren geht. Und auch dafür, dass eine ganze Menge Arbeitsplätze in Redaktion und Verlag erhalten bleiben.

Wir schaffen das nur, wenn möglichst viele aus der Belegschaft mitmachen. Wenn wir uns selbstkritisch befragen, was wir anders und besser machen können und müssen. Wenn die noch junge nd.Genossenschaft wächst. Wenn wir mehr tun als bisher, um die Zeitung bekannt zu machen. Wenn wir einerseits Kosten senken und andererseits darüber nachdenken, wie wir uns weiterentwickeln können. Die ersten Reaktionen von Leserinnen und Lesern, Freunden und Sympathisantinnen sind ermutigend. Sie schließen Abos ab, treten in die Genossenschaft ein, spenden ans »nd«.

Auch wenn die Lage derzeit dramatisch ist – wir haben es in der Hand, das Ruder herumzureißen. Was ich nicht möchte: dass jene, die uns immer das Ende wünschten, doch noch recht behalten. Was ich möchte: dass diese Zeitung, in die seit vielen Jahren kluge Leute ihren Grips investieren, weiter existiert, damit andere kluge Leute das auch in Zukunft tun können.

Wolfgang Hübner ist Mitglied der Redaktionsleitung und seit 1985 beim »nd«.

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