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Sand im Auge

Jörg Meyer über den Vermittlungsvorschlag der Deutschen Bahn im Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft GDL

Einen Vorschlag zur Befriedung der Lage werde man unterbreiten, hatte die Deutsche Bahn (DB) am Dienstag angekündigt. Huiuiui! Folgt etwa ein Angebot im festgefahrenen Tarifkonflikt? Am Mittwoch dann ungläubiges Augenreiben, ein müdes Lachen: Die Bahn schlägt vor, Matthias Platzeck, Ex-Ministerpräsident von Brandenburg, als Vermittler einzusetzen. Das trug die Bahn dem Vernehmen nach zuerst den Medien an, dann der GDL. Die Gewerkschaft spricht von einem PR-Gag, der Bahnvorstand stimmt sein Mimimi an: »Der Weselsky will nicht mit uns verhandeln. Die GDL ist schuld!« Ein schlechter Scherz, möchte man meinen, doch diese erneute Aktion der Bahn ist ein weiterer Zug im mittlerweile sattsam bekannten Gebaren.

Statt ernsthaften Lösungswillen erkennen zu lassen, versucht die Bahn wieder, der Öffentlichkeit Sand in die Augen zu streuen und die Gewerkschaft als Verursacher des Problems darzustellen. Dieses Mal muss ein sozialdemokratischer Sympathieträger herhalten, um guten Willen zu demonstrieren, der nicht vorhanden ist. Es ist das Recht der Beschäftigten, für ihre Forderungen zu streiken. Ebenso ist es das Recht des Bahnkonzerns, nicht auf die Forderungen einzugehen. Aber diese Taktik ist abgeschmackt und muss als das entlarvt werden, was sie ist: eine mediale Schmierenkomödie.

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