Ermittlungen gegen Fricopan-Mutterkonzern

Sachsen-Anhalt: Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe gegen Aryzta wegen Verdachts des Subventionsbetruges

Berlin. Gegen den Backwarenkonzern Aryzta, der sein Fricopan-Werk in Klötze in Sachsen-Anhalt schließen will, ermittelt die Staatsanwaltschaft nun wegen des Verdachts des Subventionsbetruges. Das berichtet Radio SAW. Es geht um die Frage, ob das Unternehmen zu Unrecht Fördermittel in Millionenhöhe für die Erweiterung eines Werks in Eisleben bekommen hat. Aryzta habe sich wegen des laufenden Verfahrens nicht äußern wollen, hieß es.

Zuvor hatte der Linkenpolitiker und ehemalige Fricopan-Betriebsratsvorsitzende Andreas Höppner Strafanzeige gegen den Konzern angekündigt. Die Forderung an das Unternehmen nach einer Stellungnahme zum Vorwurf des Fördermittelmissbrauchs war ergebnislos geblieben. Höppner wirft dem Konzern vor, bereits im Jahr 2015 einen großen Teil der Belegschaft des Werks in Klötze entlassen zu haben - zu einem Zeitpunkt, als die Fördermittelbindung noch bestand. Dem Ex-Betriebsratschef zufolge habe der Konzern bereits seit Anfang 2014 geplant, Produkte von Fricopan zu Aryzta zu verlagern und den Betrieb in Klötze stillzulegen.

Fricopan fertigt seit 1996 Tiefkühl-Backwaren im Werk in Immekath, einem Ortsteil von Klötze. Vor allem Knoblauch- und Kräuter-Baguettes für die Kühltheken der Supermärkte laufen hier vom Band. Im Mai verkündete der Mutterkonzern Aryzta das Aus für den Standort zum 31. August. Vor knapp zwei Wochen einigten sich Geschäftsführung und Betriebsrat nach zähen Verhandlungen auf einen Sozialplan für die Mitarbeiter. Dafür musste ein Schlichter eingeschaltet werden. Laut Betriebsrat sind die Kündigungen inzwischen raus.

Einem Bericht von Anfang des Monats zufolge fanden erst rund 20 bis 25 der 500 Mitarbeiter einen neuen Job, wie Betriebsratschefin Gerda Hentschel sagte. »Auf die Masse an Betroffenen ist das ein Tropfen auf den heißen Stein.« Zudem seien die meisten in einem branchenfernen Betrieb untergekommen. Agenturen/nd

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