Authentische Aura

Das geplante Exilmuseum Berlin soll nach Wunsch der Initiatoren am Anhalter Bahnhof gebaut werden. Ursprünglich sollte das Museum in eine Stadtvilla in der Fasanenstraße in Charlottenburg einziehen, dem heutigen Sitz des Käthe-Kollwitz-Museums. Inzwischen präferiere die in Gründung befindliche Stiftung Exilmuseum Berlin einen Neubau auf einer Freifläche hinter der Portalruine des Anhalter Bahnhofs, berichtet die »Berliner Morgenpost« (Samstag). Im zuständigen Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg begegne man dem Projekt mit großer Sympathie. Je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt habe, desto klarer sei geworden, dass die Räume an der Fasanenstraße angesichts des Umfangs der Aufgabe für das Exilmuseum nicht ausreichen würden, zitiert die Zeitung den stellvertretenden Vorsitzenden der Stiftung, Kunsthändler Bernd Schultz. Das Museum solle ein Ort sein, der den Inhalt des Wortes Exil begreifbar mache und so ein Zeichen gegen Totalitarismus und Inhumanität setze.

Der Standort am Anhalter Bahnhof sei deshalb ideal, sagte Schultz. Er besitze eine Aura und sei authentisch. Von diesem Zentralbahnhof aus seien in der Zeit des Nationalsozialismus Zehntausende ins Exil gegangen und ins Ungewisse aufgebrochen. Diesen Aufbruch symbolisiere die Portalruine. Zudem sei der Anhalter Bahnhof von Museen und Institutionen umgeben, zu denen eine thematische Verbindung bestehe. Dazu gehörten das Dokumentationszentrum der Bundesstiftung »Flucht, Vertreibung, Versöhnung«, die Topographie des Terrors, die davon erzähle, wovor die Emigranten flüchten mussten. epd/nd

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